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Sozialstudie über Ost und West: „Alle reden übers Wetter“

Es geht um Konflikte zwischen Ost und West und den Aufstieg in die Akademikerwelt: Der Berlinale-Hit „Alle reden übers Wetter“ kommt ins Fernsehen. Sandra Hü...

dpa
3 Min
ONE ALLE REDEN ÜBERS WETTER, am Montag (06.05.24) um 20:15 Uhr.
            Clara (Anne Schäfer, Foto) hat es geschafft. Weg aus der ostdeutschen Provinz führt sie als Dozentin ein unabhängiges Leben in Berlin und macht ihren Doktor in Philosophie. Doch als sie mit Tochter Clara zum 60. Geburtstag ihrer Mutter zurück in die Heimat fährt, wird sie mit ihrem Ideal von einem freien, selbstbestimmten Leben konfrontiert. Wie hoch ist der Preis, den sie dafür zahlen muss?
            © , honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter Sendung bei Nennung "Bild: rbb/Grandfilm" (S2+). WDR Kommunikation/Redaktion Bild, Köln, Tel: 0221/220 -7132 oder -7133, Fax: -777132, bildkommunikation@wdr.de

ONE ALLE REDEN ÜBERS WETTER, am Montag (06.05.24) um 20:15 Uhr. Clara (Anne Schäfer, Foto) hat es geschafft. Weg aus der ostdeutschen Provinz führt sie als Dozentin ein unabhängiges Leben in Berlin und macht ihren Doktor in Philosophie. Doch als sie mit Tochter Clara zum 60. Geburtstag ihrer Mutter zurück in die Heimat fährt, wird sie mit ihrem Ideal von einem freien, selbstbestimmten Leben konfrontiert. Wie hoch ist der Preis, den sie dafür zahlen muss? © , honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter Sendung bei Nennung "Bild: rbb/Grandfilm" (S2+). WDR Kommunikation/Redaktion Bild, Köln, Tel: 0221/220 -7132 oder -7133, Fax: -777132, bildkommunikation@wdr.de

© rbb/Grandfilm

Das Drama, das am 6. Mai auf dem ARD-Sender One läuft (20.15 Uhr), ist ein sehr zeitgemäßer Film. Es geht um deutsche Diskurse der Gegenwart: Wo sieht man noch heute Unterschiede im Leben von Ost- und Westdeutschen? Was macht das Dorfsterben mit den Menschen? Und kann man seine Herkunft eigentlich hinter sich lassen?

Pinske, Jahrgang 1982 und aufgewachsen in Frankfurt/Oder, hat aus diesen Themen eine leise, tragikomische und genau beobachtete Sozialstudie gemacht.

Philosophie und Wurstplatten

Im Zentrum steht Clara (Anne Schäfer), um die 40. Als Dozentin führt sie ein selbstbestimmtes Leben in Berlin und macht ihren Doktor in Philosophie. Sie versucht, ihren Alltag zwischen der Affäre mit einem Studenten, dem Umgang mit ihrer selbstbewussten Doktormutter und ihrer Patchwork-Familie mit jugendlichem Kind zu jonglieren.

Wie weit ihre Lebenswelt inzwischen von ihrer Herkunft entfernt ist, wird deutlich, als Clara mit ihrer jugendlichen Tochter zum Geburtstag ihrer Mutter in die Provinz Mecklenburg-Vorpommerns fährt. Dort trifft sie auf Wodka- und Wurstplatten-Tristesse, Eltern, die ihre Kinder schlagen, und besoffene Männer, die Stammtisch-Parolen vor sich hinbrabbeln. Mit einem Ex-Freund hat sie in einer nächtlichen Kneipen-Begegnung aber auch einen berührend ehrlichen, intimen Moment.

Sandra Hüller und Ronald Zehrfeld in Nebenrollen

Über den ganzen Film hinweg versucht Clara hingegen vergeblich, ein tiefgründiges Gespräch mit ihrer Mutter (Anne-Kathrin Gummich) zu führen, sich nicht immer nur über das Wetter oder andere Banalitäten auszutauschen. Sie fühlt sich verloren in ihrer alten Heimat, aber in der neuen Welt ist es eigentlich auch nicht besser.

Auch in ihrem Berliner Milieu herrschen starre Regeln, nur eben andere. Mit einem Hauch Ironie und dabei sehr lebensecht zeichnet Pinske die Uni-Welt, in der ebenso ausgegrenzt wird, wer nicht die richtigen Codes beherrscht. Köstlich ist dabei Claras Doktormutter (Judith Hofmann), die schon mal die teuren Kristallgläser von einem Empfang klaut und Fahrradhelme als „die wirkliche Verneinung des Lebens“ bezeichnet.

Schäfer (45) spielt Clara angenehm trocken, sie lässt viel Raum für Interpretation. Für Nebenrollen konnte Regisseurin Pinske prominente Namen wie Sandra Hüller oder Ronald Zehrfeld gewinnen. Vermutlich waren auch sie von diesem erstaunlichen Debüt beeindruckt.

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