Männer, die sich erst spät für eine Vaterschaft entscheiden, gehen ebenso wie reife Frauen ein erhöhtes Risiko ein, ein behindertes Kind zu bekommen. Denn die Qualität des Spermas verschlechtere sich mit dem Alter, berichten US-Forscher um Andrew Wyrobek vom Lawrence Livermore National Laboratory in Livermore, Kalifornien, in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS). Die Art der genetischen Defekte, die Männer ihren Kindern mitgeben, unterscheide sich aber von denen der Frauen.Schon lange ist bekannt, dass Frauen mit zunehmendem Alter einem erhöhten Risiko für Unfruchtbarkeit und Fehlgeburten ausgesetzt sind. Außerdem haben ihre Kinder häufiger genetische Defekte. Bei Männern war über vergleichbare Zusammenhänge bisher nur wenig bekannt. Da Männer - anders als Frauen, deren Eizellen schon bei der Geburt vorhanden sind - bis ins hohe Alter neue Samenzellen produzieren, waren manche Experten der Ansicht, dass Sperma für genetische Schäden kaum anfällig sei.Wyrobek und seine Kollegen untersuchten nun die Samenqualität von 97 gesunden, nicht rauchenden Männern im Alter von 22 bis 80 Jahre. Dabei stellten sie fest, dass das Erbgut der Samen mit zunehmendem Alter eine steigende Zahl an DNA-Fragmenten - also Bruchstücke von Chromosomen - aufweist. Daraus schließen die Forscher, dass der Fortpflanzungserfolg bei Männern im Alter ebenfalls sinkt.Außerdem stieß das Team um Wyrobek bei älteren Männern vermehrt auf eine Genveränderung, die das Parrot-Kaufmann-Syndrom verursacht. Diese Störung der Knorpelbildung geht oft mit Minderwuchs einher. Auch das Risiko, ein Kind mit Apert-Syndrom zu zeugen, steigt im Alter an. Die Erbkrankheit macht sich durch Deformationen im Kopfbereich sowie durch Fehlbildungen an Händen und Füßen bemerkbar. Anders als bei Frauen ist bei älteren Männern das Risiko für Nachwuchs mit Chromosomenabnormitäten wie Down-, Turner- oder Klinefelter-Syndrom nicht erhöht. (bro.)PNAS, Online-Ausgabe
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