Neuschnee im April. In weiten Teilen Deutschlands meldet sich der Winter zurück. Vor allem Messstationen in Bayern melden Rekorde. Im oberbayrischen Kreuth-Glashütte waren es 26 Zentimeter, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) meldet. Abseits der Stationen des DWD seien durchaus auch noch höhere Werte möglich. Nach einer kleinen Abschwächung der Niederschläge sei ab der Nacht zum Dienstag vor allem südlich der Donau mit weiterem ergiebigen Neuschnee zu rechnen.
Schnee, Hagel, Glatteis und starker Regen haben schon am Sonnabend für zahlreiche Unfälle im Straßenverkehr gesorgt. Auf der Autobahn 70 in Oberfranken war es bei Glätte zu einer Massenkarambolage gekommen. 29 Fahrzeuge, darunter Autos und ein Fernbus, waren beteiligt. 15 Menschen wurden verletzt. Bei Ilmenau in Thüringen war am Sonnabendvormittag bei einem Graupelschauer und Temperaturen knapp über 0 Grad ein 65 Jahre alter Mann bei einem Unfall mit mehreren Autos ums Leben gekommen. Auch in Baden-Württemberg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Hessen ist es zu witterungsbedingten Verkehrsunfällen gekommen.
Kalte Finger: Erntehelfer stechen frischen Spargel.
© Jens Büttner/dpa
In Berlin und Brandenburg hat es zwar nicht geschneit, aber die Kälte macht den Spargel- und Beerenobstanbauern zu schaffen. Aus Sicht des Verbandes der ostdeutschen Spargel- und Beerenobstanbauer gebe es aber keinen „Grund zu Panik“. Ein Spargelbetrieb aus Kremmen (Oberhavel) berichtete zugleich davon, dass die Ernte auf den Feldern derzeit geringer ausfällt.
Verbands-Geschäftsführer Jürgen Schulze in Teltow sagte der dpa: „Wir haben gute feuchte Böden, die die Wärme aus tieferen Schichten wieder hoch leiten.“ Mit den Folientunneln lasse sich die Wärme auch gezielt beeinflussen. Er erwarte durch die vorübergehende Abkühlung keine Probleme für den Spargel in den ostdeutschen Regionen. „Es ist eine normale Aprilwitterung.“ Auch bei Erdbeeren wüssten die Anbauer mit Nachtfrost im April umzugehen: So werde etwa Vlies über die Pflanzen gelegt, so Schulze.
Geschäftsführer Malte Voigts vom Spargelhof Kremmen sagte, der Spargel könne die Kälte ganz gut ab, jedoch sinke die Spargelmenge. „Der Spargel wächst aufgrund der Temperatur, die er am Kopf hat, und oben im Damm sind die Temperaturschwankungen am höchsten. Das heißt, hier fallen die Temperaturen am meisten.“ Die Erntemenge sei in seinem Betrieb derzeit von 37 Tonnen am Tag auf 28 Tonnen gefallen und werde womöglich noch weiter sinken – bis die Sonne wieder länger scheine, so Voigts.
Auch in den nächsten Nächten kann es in Berlin zu Frost kommen, sodass es angeraten ist, etwa Balkonpflanzen zu schützen, indem man sie in die Wohnung holt oder abdeckt.
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