Jens Spahn bleibt Vorsitzender der Bundestagsfraktion von CDU und CSU. Die Abgeordneten der größeren Regierungsfraktion bestätigten den CDU-Politiker ein Jahr nach seinem Amtsantritt mit großer Mehrheit bis zum Ende der Legislaturperiode im Amt, wie die dpa berichtet.
Die Parlamentarier von CDU und CSU wählten den 45-Jährigen mit 86,5 Prozent. Von 196 Abgeordneten stimmten 167 für ihn, 26 gegen ihn, drei enthielten sich.
Bei der Wahl im vergangenen Jahr am 5. Mai 2025 erhielt Spahn noch 91,3 Prozent der Stimmen und wurde zum Nachfolger von Friedrich Merz gewählt.
Wiederwahl trotz Kritik
Die Wiederwahl von Jens Spahn an die Spitze der Unionsfraktion galt im Vorfeld als gesichert, obwohl mehrere Vorgänge der vergangenen Monate Kritik an ihm laut werden ließen.
Im Zentrum der Vorbehalte stand die gescheiterte Wahl von Frauke Brosius-Gersdorf zur Richterin am Bundesverfassungsgericht. Die Juristin war von der SPD für das Amt nominiert worden. Spahn hatte dem Koalitionspartner zuvor Unterstützung zugesichert, den Widerstand in den eigenen Reihen jedoch falsch eingeschätzt. In der Folge musste er seine Zusage zurückziehen.
Maskenkäufe zu Beginn der Pandemie
Belastet wird Spahns Bilanz auch durch seine Amtszeit als Bundesgesundheitsminister während der Corona-Pandemie. Kritiker werfen ihm vor, zu Beginn der Krise rund das Zwanzigfache der tatsächlich benötigten Schutzmasken bestellt zu haben. In der Folge trat das Ministerium von mehreren Kaufverträgen zurück. Für die öffentliche Hand entstanden dadurch Kosten von knapp 400 Millionen Euro.
Ein im Zusammenhang mit den Maskenbeschaffungen gegen Spahn geführtes Verfahren wurde im März 2026 eingestellt.
Spahn: Zuckersteuer soll Kinder und Jugendliche vor „Dickmachern“ schützen
Maskenkäufe während der Corona-Pandemie: Verfahren gegen Jens Spahn eingestellt
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de