UPDATE

Spanien

„Mörder“: Spanisches Königspaar mit Schlamm beworfen, heftig ausgebuht

Nach den tödlichen Unwettern ist das spanische Königspaar zu einem Besuch im Katastrophengebiet eingetroffen. Felipe und Letizia wurden mit Schlamm und Gegenständen beworfen.

2 Min
König Felipe VI. von Spanien (C) wurde bei seinem Besuch in Paiporta von wütenden Anwohnern mit Schlamm und Gegenständen beworfen.

König Felipe VI. von Spanien (C) wurde bei seinem Besuch in Paiporta von wütenden Anwohnern mit Schlamm und Gegenständen beworfen.

© Manaure Quintero/AFP

Wütende Anwohner der von den tödlichen Überschwemmungen betroffenen spanischen Stadt Paiporta haben das spanische Königspaar heftig ausgebuht. Videos zeigen, wie Menschen Schlamm auf Felipe VI. und Letizia werfen, „Mörder“ schreien und fordern, dass sie den Ort sofort verlassen. Polizisten musste den König und die Königin umzingeln, um sie zu schützen. 

Felipe VI. und seine Frau Letizia besuchten am Sonntag gemeinsam mit dem spanischen Regierungschef Pedro Sánchez die besonders stark betroffene 27.000-Einwohner-Gemeinde westlich der Küstenmetropole Valencia. Anschließend stand nach Angaben des Königshauses die Gemeinde Chiva auf ihrem Programm.

Am Dienstag waren im Osten und Süden Spaniens extreme Regenfällen niedergegangen. An manchen Orten regnete es so viel wie sonst in einem ganzen Jahr. Die Flutkatastrophe ist die schlimmste in Spanien seit Jahrzehnten. Es wurden bereits 214 Todesopfer gefunden, fast alle in der Region Valencia. Die Behörden rechnen mit weiteren Todesopfern, etwa in von den Flutwellen mitgerissenen Autos. In den Katastrophengebieten fehlt es außerdem an Trinkwasser und Lebensmitteln.

Nach Flutkatastrophe in Spanien drohen erneut Unwetter

Der Besuch des Königspaars wurde auch von der Gefahr weiterer schwerer Regenfälle überschattet. Die spanische Meteorologiebehörde Aemet veröffentlichte für die Region Valencia wegen neuer starker Regenfälle eine Warnung der zweithöchsten Stufe orange. Demnach könnten stellenweise 100 Liter Regen pro Quadratmeter fallen.

Für die Provinz Almería in der südspanischen Region Andalusien wurde gar Alarmstufe rot ausgerufen: Das bedeutet extreme Gefahr. Die bei Touristen beliebte Gegend muss demnach wegen heftiger Regenfälle mit Überschwemmungen rechnen. (mit AFP)

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema