Wer derzeit auf feuchten Wegen spazieren geht oder auf seinem Grundstück arbeitet, muss aufpassen, nicht auf braune, weiche Nacktschnecken zu treten. Man spricht sogar schon von einer Plage. Denn die Spanische Wegschnecke – so ihr Name – frisst die Gärten leer. Und zwar „genau das, was wir selber gerne essen würden“, wie die Görlitzer Schneckenexpertin Heike Reise sagt.
Die Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris) hat nichts mit Spanien zu tun. Forscher hatten ursprünglich gedacht, dass die Art von der Iberischen Halbinsel kommt. Aber Vergleiche zeigten, dass sie nicht mit den dortigen Schnecken verwandt ist. Erste Hinweise auf den neuartigen Schädling kamen in den 1950er-Jahren aus England, Frankreich und der Schweiz. Vorn dort aus verbreitete sich die Schnecke über Transporte nach Osten und Norden aus – im Osten Deutschlands erschien sie um 1990.
Sie liebt saftige Pflanzen, die sie mit ihrer Raspelzunge (Radula) zerkleinert, meist im Dunkeln. Dazu gehören Salate, Gemüse, Zierblumen, vor allem Kulturpflanzen, bei denen bestimmte natürlich Abwehrmechanismen herausgezüchtet wurden, um sie schmackhafter für Menschen zu machen. Große Nacktschnecken sind dabei aktiver als kleine. Die Schnecken sind Zwitter, jede kann jede begatten. Sie finden einander, indem sie der Schleimspur folgen. Jede Schnecke produziert etwa 200 bis 400 Eier, die unter Pflanzenstreu, auf feuchter Erde oder in bis zu zehn Zentimeter Tiefe liegen.
Ein echtes Raubein, das kaum natürliche Feinde hat
Immer öfter kommt es zu einer Schneckenplage. Auch in diesem Jahr sind die Bedingungen für die Nacktschnecke besonders günstig. Der Nachwuchs gedeiht am besten bei zehn bis 20 Grad Celsius und Feuchtigkeit. Die etwa zehn Millimeter kleinen Jung-Schneckchen aus dem Frühling sind inzwischen ausgewachsen. Es gibt kaum natürliche Feinde. Igel und Kröten sollen sie wegen ihres bitteren Schleims meist verschmähen. Außerdem kommen diese in heutigen Gärten kaum noch vor. Forscher bezeichneten die Schnecke als „echtes Raubein“, weil sie auch Trockenheit und pralle Sonne überstehen kann.
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Ist diese Schnecke denn zu gar nichts nütze? Zumindest soll sie Aas fressen, auch tote Artgenossen. Sie beseitigt Kot und fördert die Kompostierung. In der Forschung testet man an ihr die Wirkung von Produkten auf Schleimhäute, zum Beispiel von vaginal verabreichten Medikamenten. Aber vor allem ist sie ein Schädling, und die Schneckenexperten raten, eingesammelte Tiere unbedingt zu töten und nicht irgendwo auszusetzen. Eine wirksame und schnelle Tötungsmethode sei das Zerstechen mit dem Spaten. Es sei besser, als chemische Mittel zu nutzen, die dann auch andere Arten gefährden könnten.
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