Venezuela

Spannungen mit USA: Venezuela veranstaltet Militärtrainings für Zivilisten

Nach mehreren Angriffen auf Boote mutmaßlicher Drogendealer wirft Venezuela den USA vor, im Karibikraum einen „unerklärten Krieg“ zu führen

2 Min
Mitglieder der Gemeinde- und Zivilräte halten Gewehre während eines militärischen Waffentrainings in Fort Tiuna in Caracas.

Mitglieder der Gemeinde- und Zivilräte halten Gewehre während eines militärischen Waffentrainings in Fort Tiuna in Caracas.

© Pedro Mattey/AFP

Venezuela hat inmitten von wachsenden Spannungen im Verhältnis zu den USA am Samstag einen Tag des militärischen Trainings für Zivilisten abgehalten. Der Schritt kam als Reaktion auf einen tödlichen US-Einsatz in der Karibik und angesichts neuer Drohungen von Donald Trump. „Heute markieren wir einen Meilenstein in der militärischen Revolution, die wir alle gemeinsam schreiben – das Volk und die Streitkräfte. Es ist eine wahre militärische Revolution!“ sagte Verteidigungsminister Vladimir Padrino López in Bezug auf die Militärtrainings.

Im dicht besiedelten Stadtviertel Petare in Caracas wurde die Hauptstraße für einen Tag gesperrt, um Kurse über Waffenhandhabung und andere Taktiken des „revolutionären Widerstands“ abzuhalten. Soldaten unterrichteten Freiwillige in Gruppen von jeweils 30 Personen in Themen wie Maskentragen, Erste-Hilfe-Grundlagen und „ideologischem Denken“, aber auch im Umgang mit Waffen. Auch in anderen Teilen des Landes, darunter den Städten San Cristóbal und Barinas im Westen, wurden militärische Schulungen für Bürgerinnen und Bürger abgehalten.

Zuvor hatte Staatschef Nicolás Maduro bereits Reservisten, Milizionäre und junge Venezolaner zu Schießübungen in den Kasernen aufgerufen.

US-Einsatz in der Karibik ein „unerklärter Krieg“?

Venezuela warf den Vereinigten Staaten am Freitag vor, im Karibikraum einen „unerklärten Krieg“ zu führen, und forderte eine UN-Untersuchung der US-Angriffe, bei denen in den vergangenen Wochen mehr als ein Dutzend mutmaßlicher Drogenschmuggler auf Booten getötet wurden. Caracas warf den USA weiter vor, einen Regimewechsel anzustreben und Öl sowie andere Ressourcen des Landes stehlen zu wollen.

Die rechtsgerichtete Trump-Regierung beschuldigte Venezuelas linksnationalistischem Staatschef indes, ein Drogenkartell anzuführen und die USA mit Rauschmitteln zu fluten. Vor rund einem Monat entsandte Trump deshalb US-Kriegsschiffe in internationale Gewässer vor der Küste Venezuelas.

Maduro bezeichnete seinerseits den US-Militäreinsatz als „die größte Bedrohung“ für Lateinamerika seit hundert Jahren und reagierte mit einer dreitägigen Militärübung auf der Karibikinsel La Orchila in dieser Woche. (mit AFP)

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de