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Sparzwang beim MDR: Sender will ARD-„Mittagsmagazin“ an NDR übergeben

Erst 2024 hatte der MDR die Verantwortung für das ARD‑„Mittagsmagazin“ übernommen. Nun zeichnet sich wegen finanzieller Engpässe eine erneute Verlagerung ab.

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Der Mitteldeutsche Rundfunk steht unter Sparzwang und plant deshalb Veränderungen im Programm.

Der Mitteldeutsche Rundfunk steht unter Sparzwang und plant deshalb Veränderungen im Programm.

© Jan Woitas/dpa

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) erwägt, die Verantwortung für das ARD-Mittagsmagazin zum Ende des Jahres wieder abzugeben. Das bestätigte MDR-Unternehmenssprecher Michael Naumann am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Leipzig. Innerhalb der ARD gebe es dazu Gespräche. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) habe Bereitschaft signalisiert, die Sendung möglicherweise zu übernehmen.

Als Grund nannte der Sender den anhaltenden Spardruck. Die bislang von den Bundesländern zum 1. Januar 2025 nicht umgesetzte Erhöhung des Rundfunkbeitrags bedeute für den MDR eine umfangreiche Budgetkürzung, hieß es. Diese Situation zwinge den Sender zu „strategischen Entscheidungen, die sich unvermeidbar auch auf den Umfang unserer Programmangebote auswirken“.

Gegenüber dem Branchenmagazin DWDL erklärte der NDR, er entwickle derzeit „verschiedene Szenarien, unter welchen Bedingungen und Voraussetzungen er die Gesamtverantwortung vom MDR übernehmen kann“. Der MDR hatte das Mittagsmagazin erst 2024 nach Leipzig geholt. Zuvor war die Sendung vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) für die ARD produziert worden. Der RBB hatte sie im Zuge der Affäre um die frühere Intendantin Patricia Schlesinger abgeben müssen. Mit der Übernahme hatte der MDR damals Sparmaßnahmen in anderen Programmbereichen begründet.

„MDR um 2“ wird Streamingangebot

Trotz des Sparzwangs wolle der MDR seine „Stärken als regional verankerter Medienanbieter“ bewahren, teilte der Sprecher mit. Details sollen zunächst mit den MDR-Gremien Rundfunkrat und Verwaltungsrat sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besprochen werden. Ob das Thema am Montag im Rundfunkrat behandelt wird, ließ Naumann offen.

Darüber hinaus will der Sender das Magazin „MDR um 2“ ab 2027 nicht mehr als lineares TV-Magazin fortführen, sondern als Streamingvariante für regionale Themen entwickeln. Dies entspreche „heutigen und künftigen Mediennutzungsgewohnheiten wesentlich besser“, erklärte der Sprecher. Bereits im März hatte der MDR Sparmaßnahmen in Millionenhöhe angekündigt.

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