SPD deutlich vorne

Alle Parteien in Berlin verzeichnen Mitgliederzuwachs

Linke freut sich über jungen Neu-Mitglieder. FDP konnte mit Tegel-Kampagne punkten.

BLZ
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Sebastian Czaja von der Berliner FDP vor einem Plakat seiner Partei anlässlich des Volksentscheids über den Flughafen Tegel.

Sebastian Czaja von der Berliner FDP vor einem Plakat seiner Partei anlässlich des Volksentscheids über den Flughafen Tegel.

© Paul Zinken/dpa

Von wegen Politikverdrossenheit: Die Parteien in Berlin verzeichnen durchweg wachsende Mitgliederzahlen. Das betrifft nicht nur die SPD, die gerade vor dem Mitgliederentscheid über die große Koalition einen regelrechten Ansturm erlebte. Auch die anderen Parteien in der Hauptstadt spüren mehr Zuspruch, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in den Parteizentralen ergab.

Die Sozialdemokraten haben mit 21.579 Genossen den höchsten Stand der vergangenen 20 Jahre. Allein seit dem 1. Januar seien 2290 Mitglieder eingetreten. Auslöser sei das angekündigte Mitgliedervotum über einen Koalitionsvertrag auf Bundesebene gewesen. Nicht zuletzt die Jusos hatten zum Parteieintritt aufgerufen - sie lehnen die GroKo ab. Doch schon im Vorjahr seien 2124 Neumitglieder zur Hauptstadt-SPD gekommen, angespornt von der Ernennung von Martin Schulz zum Kanzlerkandidaten und den Bundestagswahlen.

Die Linke Berlin spürt einen hohen Zulauf an jungen Interessenten. Nur in den ersten 48 Stunden direkt nach der Bundestagswahl seien 136 Antragsformulare eingegangen. Heute habe die Partei knapp 8000 Mitglieder in Berlin, rund 500 mehr als Ende 2016. Im Gegensatz zu anderen christdemokratischen Landesverbänden kann sich auch die Berliner CDU über wachsenden Zuspruch freuen. Ende 2017 waren 12.238 Mitglieder eingeschrieben, 58 mehr als zum Jahresende 2016 (12.180). Neumitglieder würden ermuntert, vor allem in den Foren und Landesfachausschüssen mitzuwirken.

„Bei uns ist die Basis Boss“, sagen die Grünen, die 2017 einen Mitgliedsplus von 13,2 Prozent auf 6470 Neuzugängen hatten. Seit Jahresbeginn habe die Partei bereits 146 zusätzliche Mitglieder bekommen, wohl auch als Folge des Bundesparteitags mit der Wahl der neuen grünen Bundesvorsitzenden.

Einen Schub verzeichnet auch die FDP. Die Liberalen, die sich an die Spitze des Tegel-Volksbegehrens setzten, hatten Ende des vergangenen Jahres 3225 Mitglieder, rund 600 mehr als Ende 2016. Das entspreche einer Steigerung um 27,2 Prozent. Die AfD konnte zehn Prozent mehr Neuzugänge verzeichnen und hat jetzt 1300 Mitglieder. Ursache sei die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung und der Zuwanderung, erklärte die Partei.

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