CDU-Landeschef Jan Redmann löst mit der Ansicht, das gemeinsame Agieren mehrerer Parteien gegen die AfD sei nicht mehr das richtige Rezept, eine Debatte aus. „Sonneberg macht deutlich: Das Konzept „Schulterschlusses gegen AfD“ ist an seine Grenzen gekommen“, schrieb er am Sonntagabend bei Twitter. „Wir müssen stattdessen die relevanten Debatten zwischen den demokratischen Parteien führen, sonst verarmt die politische Kultur. Davon profitieren nur die Extremisten.“
Der Koalitionspartner Grüne wendet sich dagegen. „Gerade jetzt ist der Schulterschluss gefragt“, sagte die Landesvorsitzende Alexandra Pichl. „Jetzt müssen wir zusammenstehen.“ Auch sie hält Kommunikation für entscheidend: „Wir müssen mit den Menschen ins Gespräch kommen.“
Die Linke meint, der AfD-Erfolg sei nicht vom Himmel gefallen. „Den Weckruf gab es doch längst und der besagt: Wir brauchen eine andere Politik“, sagte Linksfraktionschef Sebastian Walter. „Die tatsächlichen Probleme in den Kommunen bleiben ungelöst.“
Die Freien Wähler setzen auf bürgerorientierte Arbeit. „Die Alltagsprobleme der Menschen müssen angegangen werden statt abgehobene ideologische Debatten zu führen“, sagte der Landesvorsitzende Péter Vida. Er nannte etwa Nahverkehr und Schulen.
Im Landkreis Sonneberg hatte AfD-Kandidat Robert Sesselmann am Sonntag das erste kommunale Spitzenamt für die Rechtspartei bundesweit geholt. Er gewann die Stichwahl um das Amt des Landrats mit 52,8 Prozent der Stimmen gegen CDU-Konkurrent Jürgen Köpper, der auf 47,2 Prozent kam. Die Unterstützung von Linken, SPD, Grünen und FDP für Köpper reichte nicht aus, um den AfD-Erfolg zu verhindern.
AfD-Landeschefin Birgit Bessin zeigt sich zuversichtlich für weitere Wahlen. „Die jahrelange Buntmauer gegen eine neue politische Kraft bröselt auf kommunaler Ebene bereits schon länger - aber jetzt zerbröckelt sie“, sagte Bessin der dpa. „Bereits in den letzten Monaten hat unsere Partei einen deutlichen Zuspruch erfahren. Wir werden weiter daran arbeiten, dass immer mehr Menschen im Land uns vertrauen.“
In Brandenburg stehen im nächsten Jahr Landtags- und Kommunalwahlen an. Am 8. Oktober wird in Dahme-Spreewald ein neuer Landrat gewählt. Der Verfassungsschutz Brandenburg beobachtet den AfD-Landesverband seit 2020 als rechtsextremistischen Verdachtsfall.
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