Wie am Dienstag aus SPD-Kreisen bekannt wurde, will Gabriel Außenminister werden. Als neue Wirtschaftsministerin soll in einer Sondersitzung der Bundestagsfraktion an diesem Mittwoch seine bisherige Staatssekretärin Brigitte Zypries vorgestellt werden.
Reaktionen auf Gabriels Entscheidung
SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann hat Sigmar Gabriel laut Teilnehmern der Fraktionssitzung Respekt für seine Entscheidung gezollt. Er habe eigene Interessen zurückgestellt im Interesse der Partei, lobte Oppermann. Er habe Gabriel gedankt für sein Verdienst, die Partei zusammengehalten zu haben.
Der Chef der Linken in der SPD-Fraktion, Matthias Miersch, sprach von einer richtigen Entscheidung: „Für die Partei wird es einen enormen Motivationsschub bedeuten, weil Martin Schulz hohe Anerkennung in der Bevölkerung genießt.“
Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag und Spitzenkandidatin, erklärte über Twitter:
Skepsis bei der Linken
Die Linke hat unterdessen mit Skepsis auf den bevorstehenden Führungswechsel bei der SPD reagiert. Der bisherige SPD-Chef Sigmar Gabriel habe zwar viel Anlass zur Kritik gegeben und „seiner Partei nichts geschenkt“, sagte Fraktionsvize Klaus Ernst. Wer allerdings glaubt, mit dem früheren EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz „geht für die SPD die Sonne auf, der wird irren“. „Schulz hat bewiesen, dass er ein großes Herz für große Koalitionen hat“, sagte Ernst. „Doch diese Richtung wird für die SPD ein weiterer Abstieg sein.“
Sabine Leutheuser-Schnarrenberger (FDP) nannte die Gabriels Verzicht eine "honorige Entscheidung".
In einem Interview mit dem Stern sagte Gabriel zu den Gründen seines Verzichts: "Um einen Wahlkampf wirklich erfolgreich zu führen, gibt es zwei Grundvoraussetzungen: Die Partei muss an den Kandidaten glauben und sich hinter ihm versammeln, und der Kandidat selbst muss es mit jeder Faser seines Herzen wollen. Beides trifft auf mich nicht in ausreichendem Maße zu." Zudem nannte Gabriel dem Magazin "private Gründe" für seine Entscheidung.
Bundesparteitag wird vorgezogen
Der für Ende Mai geplante SPD-Bundesparteitag wird Parteikreisen zufolge vorgezogen für die Wahl eines neuen Parteivorsitzenden. Im Gespräch sei ein Termin in etwa vier Wochen. (BLZ/dpa/reuters/AFP)
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