Spiel, Satz und Sieg für Schmidt

Marcus Bäcker
2 Min

Seit dieser Gebührendebatte ist den öffentlich-rechtlichen Sendern einiges Übles nachgesagt worden. Und wie zufällig waren am Dienstagabend in der ARD-Talkshow "Menschen bei Maischberger" drei Prominente zu Gast, die zuletzt ebenfalls nicht so gute Schlagzeilen hatten: Heinz Hoenig, weil ihm nachgesagt wird, pleite zu sein, Ulla Schmidt, weil ihr nachgesagt wird, die Gesundheitsreform vermurkst zu haben, und Lothar Matthäus, weil er Lothar Matthäus ist. Bei Maischberger galt es nun, den geschundenen Ruf wieder auf Vordermann zu bringen. Heinz Hoenig probierte es mit Gefühl und flehte die Medien unter Tränen an, ihn und seine Frau in Ruhe zu lassen. Nun gehört Sandra Maischberger offensichtlich nicht zu denen, die mit weinenden Kerlen gut umgehen können. Jedenfalls nicht vor der Kamera. Entsprechend konsterniert starrte sie Hoenig an und entschloss sich zur Attacke: Ob er denn nicht selbst immer wieder den Kontakt zur Presse gesucht habe? Hatte er das wirklich? Keine Ahnung. Und bislang hatten wir keineswegs das Gefühl, damit etwas Wesentliches nicht gewusst zu haben.Ehrlich gesagt haben wir auch noch nicht durchschaut, ob Ulla Schmidts Gesundheitsreform tatsächlich das große Chaos ausgelöst hat. Man kann ja nicht alle Arztpraxen abklappern und ist also auf mediale Hilfe angewiesen. Bei Maischberger aber war da nichts zu holen. Sie findet die Reform misslungen, Frau Schmidt nicht. Tja. Da konnte die Gastgeberin noch so oft nachhaken, die Ministerin beharrte ausgesprochen souverän auf ihrem Standpunkt. Ermattet setzte Frau Maischberger daraufhin ihr süffisantes Red-Du-nur-mal-Lächeln auf, was ihr etwas unangemessen Trotziges gab. Spiel, Satz und Sieg: Schmidt.Immerhin: Dank Maischberger haben wir nicht die RTL-Dschungelshow gesehen. Ein wenig elitär fühlen darf man sich halt doch noch als Zuschauer der ARD.

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