Sprachförderung vom ersten Tag an. Schnelles Profiling. Erprobung in der Praxis. Das sind drei eines insgesamt zehn Punkte umfassenden Papiers, das Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) am Montag vorgestellt hat. Ziel des Aktionsplanes unter dem Titel „Integration durch Beschäftigung“ ist die Integration geflüchteter Menschen in den Arbeitsmarkt.
Die grundlegende These des Papiers ist, dass von der Gewinnung der Flüchtlinge für Ausbildung und Arbeit alle profitieren würden: sowohl die Geflüchteten selbst, die auf diese Weise in die Lage versetzt würden, ihren eigenen Unterhalt zu bestreiten und ein selbstbestimmtes Leben zu führen; als auch die Berliner Wirtschaft, die Arbeitskräfte gewinnen würde und die Stadtgesellschaft insgesamt, „weil der soziale Zusammenhalt gefestigt wird“, wie es heißt.
Voraussetzung für die gesellschaftliche Integration sind Deutschkenntnisse, schreiben die Autoren des Papiers. Die Deutschkurse an den Volkshochschulen reichen dafür freilich nicht aus, heißt es. Zwar wolle Berlin den Etat dafür nächstes Jahr verdoppeln, dennoch sei es unbedingt notwendig, die (vom Bund bezahlten) Integrationskurse des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) auch für Asylsuchende und Geduldete zu öffnen.
Ein „passgenauer, individueller Bildungswegeplan“
Unter „schnellem Profiling“ sei laut Senatorin zu verstehen, dass den Flüchtlingen – idealerweise bereits bei der Registrierung – ein optimales Angebot für Ausbildung und Arbeit gemacht werde. Bei diesem würden auch die mitgebrachten Qualifikationen und Kompetenzen aber auch die Potenziale berücksichtigt. So solle etwa bei der Registrierung im Amtsgebäude an der Bundesallee ein „passgenauer, individueller Bildungswegeplan“ erarbeitet werden.
Neben Berufsorientierung und -vorbereitung steht in dem Zehn-Punkte-Papier auch die Erprobung in der Praxis an zentraler Stelle. Dafür sei insbesondere die Initiative Arrivo geeignet, der sich mittlerweile zahlreiche Branchen und Einzelunternehmen angeschlossen haben. Um diese Arbeit zu unterstützen, wird das Land Berlin aufenthaltsrechtliche Beratungsangebote für diejenigen Firmen ausbauen, die Flüchtlinge einstellen wollen, heißt es in dem Papier.
In der von Senatorin Kolat vorgestellten Mischung aus Thesenpapier und Tätigkeitsbericht heißt es weiter: „Wir verlieren in Berlin keine Zeit.“ Den arbeitslosen Flüchtlingen werde ein breites Spektrum an Unterstützungs- und Qualifizierungsangeboten an die Hand gegeben. So informiere ein Flyer, der in mehreren Sprachen erscheine, über die Angebote. Außerdem werde das Jobcoaching erweitert. Fachleute würden beim „Identifizieren und Beheben von Vermittlungshemmnissen“ unterstützend tätig.
Bessere Ausstattung der Jobcenter und Arbeitsagenturen
Für ebenso wichtig wird die bessere Ausstattung der Jobcenter und Arbeitsagenturen erachtet, schließlich seien dies die Nahtstellen für die Integration in den Arbeitsmarkt. Da zusätzliches Personal auch mehr Platz brauche, soll „Neuanmietung von Büroräumen schnellstmöglich realisiert“ werden. Weiterhin sei es nötig, die Jobcenter „interkulturell zu öffnen“, ein „Verständnis in der Belegschaft“ sei unverzichtbar. Dafür sollen Mitarbeiter dahingehend geschult werden, dass sie „auch geflüchteten Menschen interkulturell kompetent helfen“ können.
Nicht zuletzt wird die Bedeutung des Bundesfreiwilligendienstes (BFD) und der öffentlich geförderten Beschäftigung hervorgehoben. Nicht nur freiwilliges Engagement etwa in den Unterkünften soll gefördert werden, Flüchtlinge sollen auch dazu ertüchtigt werden, Hausmeister-Tätigkeiten oder Übersetzungen zu erledigen. All dies trage zur Integration bei.
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