USA

Unangenehmer Moment: Sprecherin erfährt von Rubios neuer Rolle erst durch Journalistin

Trump feuert seinen nationalen Sicherheitsberater Mike Waltz. Außenminister Rubio übernimmt vorerst – doch seine Sprecherin zeigt sich ahnungslos.

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Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Tammy Bruce, hört zu, während Außenminister Marco Rubio spricht.

Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Tammy Bruce, hört zu, während Außenminister Marco Rubio spricht.

© Saul Loeb/AFP

Während einer Pressekonferenz erfuhr die Sprecherin des US-Außenministeriums durch eine Journalistin, dass Donald Trump ihren Chef, Marco Rubio, zum Interimsberater für nationale Sicherheit ernannt hatte. Zuvor hatte der US-Präsident die bislang tiefgreifendste personelle Veränderung in seiner Regierung angeordnet und den Nationalen Sicherheitsberater Mike Waltz abberufen. Waltz soll zu den Vereinten Nationen als US-Botschafter wechseln, Rubio soll seinen bisherigen Posten zusätzlich zu seinem Ministeramt kommissarisch übernehmen.

Die Journalistin bezog sich während der Pressekonferenz auf Trumps Ankündigung auf seiner Plattform Truth Social. Tammy Bruce, die Sprecherin von Außenminister Rubio, zeigte sich sichtlich überrascht.„Nun, da haben Sie’s“, sagte sie knapp. „Fabelhaft.“ Auf die Frage, ob sie wisse, wie lange Rubio beide Rollen gleichzeitig ausüben werde, antwortete Bruce offen: „Es ist klar, dass ich das gerade von Ihnen erfahren habe.“ (Im Video ab Minute 6:30)

„Sie hatten keine Vorwarnung, dass das passieren würde?“, hakte die Reporterin nach. Bruce entgegnete: „Nun, ich hatte gewisse Einblicke in das Potenzial bestimmter Entwicklungen. Aber wenn der Präsident – und das ist natürlich allein seine Entscheidung, richtig?“ Dann verwies sie auf Trumps Beitrag in den sozialen Medien und fügte hinzu: „Das ist das Wunder der modernen Technologie und der sozialen Medien.“ Eine Abschrift des Austauschs wurde auf der Website des US-Außenministeriums veröffentlicht.

Waltz wusste offenbar auch nichts von seiner bevorstehenden Ablösung: Kurz vor Bekanntwerden der Berichte hatte er Trumps Haussender Fox News noch ein Interview gegeben und den Präsidenten sowie Hegseth für ihre Führungsstärke gelobt.

Waltz wird nach Chatgruppenaffäre ersetzt

Trump nannte keinen Grund für seine Personalentscheidung. Die US-Sender CBS News und Fox News hatten zuvor berichtet, Waltz habe in der sogenannten Chatgruppenaffäre Trumps Vertrauen verloren und müsse gehen. Waltz hatte Ende März die Verantwortung dafür übernommen, dass geheime Militärpläne im Messengerdienst Signal versehentlich mit einem Journalisten geteilt worden waren.

Waltz ist der erste hochrangige Trump-Mitarbeiter, der in der zweiten Amtszeit des Republikaners seinen Posten räumen muss. Berichte, wonach auch sein Stellvertreter Alex Wong gehen muss, wurden zunächst nicht offiziell bestätigt. „Mike Waltz hat hart gearbeitet, um die Interessen unseres Landes an erste Stelle zu stellen. Ich weiß, dass er das auch in seiner neuen Funktion tun wird“, erklärte Trump. Der US-Senat muss Waltz’ Ernennung zum UN-Botschafter noch zustimmen.

Der abberufene nationale Sicherheitsberater der USA, Mike Waltz (l) und US-Außenminister Marco Rubio.

Der abberufene nationale Sicherheitsberater der USA, Mike Waltz (l) und US-Außenminister Marco Rubio.

© AFP Pool

Der Präsident hatte nach Bekanntwerden der Chatgruppenaffäre zunächst von einem „Ausrutscher“ gesprochen und Waltz einen „guten Mann“ genannt. Danach geriet jedoch Verteidigungsminister Pete Hegseth zunehmend unter Druck. Die „Washington Post“ berichtete, Trump sei wütend auf Waltz und wolle ihn deshalb ablösen. In seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 hatte der Republikaner vier verschiedene Nationale Sicherheitsberater.

Als möglicher neuer Nationaler Sicherheitsberater ist der US-Sondergesandte Steve Witkoff im Gespräch, wie der Sender CNN und andere Medien berichteten. Der 68-jährige Milliardär ist wie Trump Immobilienunternehmer und verhandelt in seinem Auftrag mit dem Iran über das umstrittene Atomprogramm des Landes. Kürzlich hatte Witkoff zudem Kremlchef Wladimir Putin getroffen und mit ihm über die Möglichkeit direkter Verhandlungen mit der Ukraine gesprochen. (mit AFP)

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