Seit 74 Jahren werden in dem vor über hundert Jahren errichteten Haus Alte betreut. Anfang 2017, so teilt die CAH mit, habe ein Ingenieur anlässlich von Reparaturen nach einem Wasserrohrbruch Brandschutzmängel festgestellt.
An der Begründung für die Schließung gibt es Zweifel
Geschäftsführerin Bärbel Arwe nennt Beispiele: „Bei Feuer könnte Rauch an den Versorgungsleitungen von einem in ein anderes Stockwerk gelangen.“ Wände seien nicht bis zur Decke gemauert, oben gebe es Lehm und Stroh, sodass Feuer von einem aufs andere Zimmer übergreifen könne. Auch in den Decken fand sich Stroh.
Da habe man als Betreiber die Verantwortung, für Sicherheit zu sorgen. Ein Umbau bei laufenden Betrieb sei den Bewohnern nicht zumutbar, die Kosten von 1,5 Millionen Euro könnten nicht finanziert werden. Im Juni wurde den Bewohnern die Schließung angekündigt, gestern waren nur noch 25 von 74 Plätzen belegt.
An der Begründung gibt es Zweifel, wie der „Tagesspiegel“ berichtete. Die Liegenschaft ist ein Filetgrundstück, und – zufällig, so sagt es die CAH – laufe 2020 ein Paragraf im Erbbau-Vertrag aus, der die Nutzung „im Wesentlichen“ für ein Pflegeheim vorschreibe.
Das Haus soll umgebaut werden
Bärbel Arwe weist den damit verbundenen Verdacht zurück, man setze die Alten vor die Tür, um mit Luxuswohnungen höhere Einnahmen aus dem Haus ziehen zu können.
Vielmehr solle es umgebaut werden, dafür suche man noch Partner. So soll wieder eine stationäre Altenpflege mit gleicher Platzzahl wie jetzt entstehen. Arwe denkt außerdem an Senioren-Wohngemeinschaften oder günstige Wohnungen für Alleinerziehende, damit nicht nur alte Menschen in dem Komplex leben.
Sozialstadträtin Rona Tietje (SPD), die erst nach Beschwerden von Angehörigen von der Schließung des Heims gehört hatte: „Ich habe dann das Gespräch gesucht und den Eindruck gewonnen, dass CAH bis zuletzt versucht hat, die Räumung zu vermeiden.“
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