Die von einer Untersuchungskommission festgestellten Missstände allein reichten nicht aus für die Verfügung. „Wir gehen von einer latenten Kindeswohlgefährdung aus und müssen nachweisen, dass der Betreiber nicht Willens und nicht in der Lage ist, diese zu verhindern“, sagte der Sprecher des Bildungsministeriums. Ursprünglich wollte Jugendministerin Martina Münch (SPD) die Schließung in der vergangenen Woche durchsetzen.
Die Staatsanwaltschaft Cottbus ermittelt wegen Misshandlungsvorwürfen gegen Erzieher und Betreiber in etwa 70 Verfahren. Zudem wird geprüft, ob es Anhaltspunkte für wirtschaftliche Unregelmäßigkeiten bei der Haasenburg GmbH gibt.
Eine unabhängige Untersuchungskommission hatte gravierende Mängel im Umgang mit den Kindern und Jugendlichen angeprangert. Zudem stieß das Gremium auf Hinweise, dass aus Kostengründen nicht so viel Personal eingestellt wurde wie angegeben. Der Heimbetreiber weist die Vorwürfe zurück.
Dem Ministerium liegen nach eigenen Angaben keine Zahlen dazu vor, wie viele Bewohner aktuell noch in den Heimen leben, wo Jugendämter aus ganz Deutschland schwer erziehbare Kinder und Jugendliche untergebracht haben. Zuletzt waren es 37 Bewohner. Die zuständigen Jugendämter suchen jedoch nach anderen Unterbringungsorten. (dpa)
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