Mit militärischen Ehren und einer Kutschfahrt durch die Anlage von Schloss Windsor hat Großbritannien US-Präsident Donald Trump zum Staatsbesuch empfangen. An der Seite von König Charles III. nahm Trump am Mittwoch an einer der größten Begrüßungszeremonien der letzten Jahrzehnte teil. Begleitet wurden beide von Königin Camilla und First Lady Melania Trump, die in einer separaten Kutsche fuhren. Auch Thronfolger Prinz William und Prinzessin Catherine nahmen an dem Empfang teil.
Trump wirkte sichtlich erfreut über die Inszenierung. „Es ist ein ganz besonderer Ort“, sagte er bei seiner Ankunft. Über Charles äußerte er sich anerkennend: Der Monarch sei ein „langjähriger Freund“ und ein „eleganter Gentleman“. Beobachter sprachen von einer „offensichtlichen Freundlichkeit“ zwischen beiden. Beim Abschreiten der Ehrengarde lachten und scherzten Trump und der König miteinander.
Anschließend nahmen beide ein privates Mittagessen ein. Am Nachmittag stand eine Kranzniederlegung am Grab von Königin Elizabeth II. auf dem Programm, am Abend ein Staatsbankett im Festsaal des Schlosses. Für Donnerstag ist das politische Programm vorgesehen: Trump trifft Premierminister Keir Starmer auf dessen Landsitz Chequers. Beide wollen über Investitionen in Zukunftstechnologien und die Handelsbeziehungen sprechen. Trump sagte vorab, man werde sehen, „ob sich das Handelsabkommen verfeinern lässt“.
US-First Lady Melania Trump, US-Präsident Donald Trump, der britische König Charles III. und die britische Königin Camilla während einer feierlichen Begrüßung im Viereck von Schloss Windsor.
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Trotz der betonten Nähe gibt es auch Spannungen im Hintergrund. Noch Ende Mai hatte König Charles III. bei der Eröffnung des neuen Parlaments in Ottawa Kanada inmitten von Annexionsdrohungen durch Trump als Land „am Scheideweg“ bezeichnet. „Wir müssen uns der Realität stellen: Seit dem Zweiten Weltkrieg war unsere Welt noch nie so gefährlich und instabil. Kanada steht vor Herausforderungen, die in unserem Leben beispiellos sind“, sagte er in seiner Thronrede. Ohne Trump beim Namen zu nennen, verwies er auf „feindselige Handlungen“ des US-Präsidenten. Demokratie, Pluralismus, Rechtsstaatlichkeit und Selbstbestimmung seien Werte, die es zu verteidigen gelte. Kanada stehe vor einem „kritischen Moment“, betonte der König.
Der britische König Charles III. und US-Präsident Donald Trump reisen während einer Pferdeprozession in der irischen Staatskutsche zum Schloss Windsor.
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Es ist der zweite Staatsbesuch des Republikaners in London. Schon 2019 war er von der damaligen Queen Elizabeth II. empfangen worden. Während seiner ersten Amtszeit hatte Trump mit etlichen Protokollpannen für Aufsehen gesorgt, diesmal bemüht er sich um mehr Disziplin.
Parallel zum Pomp von Windsor wurde Trump in London von Protesten begleitet. Aktivisten projizierten Bilder des Präsidenten gemeinsam mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein auf einen Turm von Windsor Castle. Die Polizei nahm vier Menschen fest. Schon vorab hatten mehrere Gruppen Kundgebungen gegen den Staatsbesuch angekündigt.
Starmer hat nach Medienberichten viel Energie in ein gutes Verhältnis zum Präsidenten gesteckt. Trump wiederum soll Respekt vor dem klaren Wahlsieg Labours im vergangenen Jahr haben – er „bewundere Gewinner“. Politisch unter Druck steht der Premier dennoch: Nach jüngster YouGov-Umfrage sind nur noch 21 Prozent der Briten mit ihm zufrieden, 71 Prozent äußern sich negativ – der schlechteste Wert seit seinem Amtsantritt.
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