Kultur

Staatsoper hält an Anna Netrebko fest: „Künstlerisch einzigartig“

Die russische Sängerin soll trotz Protesten demnächst an der Staatsoper auftreten.

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Anna Netrebko.

Anna Netrebko.

© APA

Die Staatsoper Unter den Linden will trotz einer Petition an der Mitwirkung der Sopranistin Anna Netrebko in Giuseppe Verdis „Macbeth“ ab dem 15. September festhalten. Die Staatsoper teilte am Donnerstag mit, es habe ein Gespräch zwischen dem Intendanten Matthias Schulz, der Künstlerin und ihrem Management stattgefunden, bei welchem sich der Intendant „ein persönliches Bild von der Authentizität“ ihrer Distanzierung vom Krieg Russlands gegen die Ukraine machen konnte.

Netrebko hatte sich im März 2022 – also bereits sehr früh nach dem russischen Angriff auf die Ukraine – unmissverständlich geäußert. Sie sagte damals: „Ich verurteile den Krieg gegen die Ukraine ausdrücklich und meine Gedanken sind bei den Opfern dieses Krieges und ihren Familien.“ Sie habe Präsident Wladimir Putin nur „im Rahmen von Verleihungen von Auszeichnungen für meine Kunst oder bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele“ getroffen.

Die Staatsoper verweist darauf, dass Netrebko seit Kriegsausbruch „keine Engagements in Russland angenommen“ habe: „Und es wurde uns seitens ihres Managements bestätigt, dass es auch weiterhin keinerlei Vorhaben für Auftritte in Russland gibt.“ Sie habe „sowohl durch ihr Statement als auch durch ihr Handeln seit Kriegsausbruch eine klare Position eingenommen und sich distanziert“. Schulz sagte der Berliner Zeitung: „Es gibt wenige Künstler, die sich so eindeutig geäußert haben. Wichtig ist für uns vor allem die Einheit des Statements mit dem Handeln der Sängerin, die in Russland seit Kriegsbeginn nicht mehr aufgetreten ist.“

Es gebe keine geschäftlichen Interessen der Staatsoper, so Schulz: „Netrebko singt in vier Aufführungen, mehr nicht. Wer jedoch die Premiere im Jahr 2018 gesehen hat, wird sich erinnern, dass Netrebkos Auftritt künstlerisch einzigartig ist und sie nicht einfach durch eine andere Sängerin zu ersetzen gewesen wäre.“ Anna Netrebko kenne die „klar pro-ukrainische Position“ der Staatsoper. Dem Haus seien sowohl „die volle Solidarität mit der Ukraine“ wie auch der „verantwortungsvolle Umgang“ mit den Künstlern „überaus wichtig“.

Eine Online-Petition forderte die Absage der vier Auftritte, in denen die Sopranistin ab dem 15. September in der Oper Macbeth auftreten soll. Bis Donnerstag hatten laut epd mehr als 27.500 Menschen die Unterschriftensammlung unterzeichnet. Zudem rufen ukrainische Exil-Gruppen für den 15. September zu einer Demonstration vor der Staatsoper auf.

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