Staatssekretär Wirtschaft

Mit Beermann kommt ein Regierungsprofi

Durchsetzungsfähig und katholisch: Der Staatssekretär für Wirtschaft Guido Beermann nimmt seinen Dienst auf. Er wechselt aus der dritten Reihe im bundesdeutschen Machtzentrum in die zweite Reihe eines Landesministeriums. Dienstbeginn ist am Donnerstag.

Jan Thomsen und Martin Klesmann
2 Min

Derlei Parteikarrieren waren den sogenannten „Hugenotten“, einem Kreis zumeist aus Westdeutschland zugezogener Unionisten in der Hauptstadt, die Anfang der Nuller- Jahre mehr Einfluss im Landesverband einforderten, nicht vergönnt. Der offiziell „Hauptstadtunion“ genannte Neuererzirkel gab nach wenigen Jahren auf, die Landes-CDU blieb auch in der Nach-Diepgen-Ära weitestgehend unter sich. Wird sich das jetzt ändern? Mit Beermann?

Fest steht, dass Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU), selbst einst Staatssekretärin auf Bundesebene, mit ihrem neuen Staatssekretär Guido Beermann einen durchsetzungsfähigen Regierungsprofi ernannt hat. Beermann, katholisch, Vater von drei Töchtern, arbeitet seit 1994 in der Bundesverwaltung, zuletzt seit vielen Jahren im Bundeskanzleramt als Büroleiter von Staatsministern wie Eckart von Klaeden, Hermann Gröhe oder Hildegard Möller, allesamt Merkel-Vertraute.

Er wechselt nun aus der dritten Reihe im bundesdeutschen Machtzentrum in die zweite Reihe eines Landesministeriums. Dienstbeginn ist am Donnerstag. Offenbar hat Beermann, der in Kleinmachnow übrigens engagiert Kommunalpolitik betreibt, Lust auf die unmittelbare Exekutive.

Wie sehr man in dem Duo Yzer-Beermann schon einen wachsenden Einfluss exogener Kräfte auf die Berliner CDU erkennen kann, ist offen. Ebenso, ob es darauf deren traditionelle Abwehrreaktionen geben wird. Yzer jedenfalls hält den Kontakt zum Landesverband (außer über CDU-Chef Frank Henkel) über ihren zweiten Staatssekretär Nicolas Zimmer, der im Amt bleibt. Beermann dagegen löst den von Yzers parteiloser Vorgängerin von Obernitz nominierten Christoph von Knobelsdorff ab. Im Bundeskanzleramt war Beermann zuletzt zuständig für die Bundesratskoordination, für Mittelstand und Handwerk. In Kleinmachnow war sein Lieblingsthema stets: die Schulpolitik.

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