Wenn der Berliner etwas liebt, dann „to go“. Das kann Kaffee sein, den man aus Pappbechern schlürft, aber auch Döner, Süßkram oder andere Snacks gegen den kleinen Hunger zwischendurch. Wer sich in der U- oder S-Bahn umblickt, wo erstaunlich viele Menschen im dichtesten Gedränge essen und trinken, weiß: „to go“ geht immer.
Zugleich wird er feststellen, dass die Berliner ein Volk von Lesern sind. Nicht, dass sie jederzeit einer Leidenschaft für die hohe Literatur frönen. Aber viele Fahrgäste vertreiben sich die Zeit damit zu lesen, egal ob Zeitungen, Internet-Nachrichten oder Bücher.
Die neueste Idee der BVG war daher naheliegend. An einem großen gelben Automaten am U-Bahnsteig der Linie 8 am Alexanderplatz gibt es seit kurzem „Lesestoff to go“. Zur Auswahl stehen 25 Titel. Kinderbücher („Conni hat Geburtstag“) und Romane wie „Die Rache trägt Prada“ und „Der Geschmack von Apfelkernen“. Auch Ratgeber, Berlin-Stadtführer und englischsprachige Bücher sind dabei. Die Preise liegen zwischen einem und zehn Euro.
Fürs Erste werde das Angebot überraschend gut angenommen, sagt Richard Stummer. Er ist Geschäftsführer der Theo Public Vending GmbH, die bereits rund 200 Getränke- und Snack-Automaten im BVG-Gebiet betreibt und auch den Lesestoff-Automaten bestückt.
Wobei sich Stummer auf seine Erfahrung als Geschäftsmann und Hobby-Leser sowie auf die Taschenbuch-Bestsellerliste stützt.
„Lesestoff to go“ ist ein Pilotprojekt. Kommt es am Alexanderplatz gut an, soll es im nächsten Jahr auf andere U-Bahnhöfe ausgedehnt werden, sagt BVG-Sprecherin Petra Reetz.
Ein Vorhaben, dem man automatisch viel Erfolg wünschen möchte.
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