Stadtrat: "Neubau ist billiger als Sanierung"

Bezirk will eine neue Schule bauen

Birgitt Eltzel
2 Min

Zehn von 98 Schulen in Marzahn-Hellersdorf werden mit den großen Ferien geschlossen. Dennoch will der Bezirk seit sieben Jahren ein neues Schulhaus bauen. "Kaum eines der in der DDR errichteten Gebäude entspricht den heutigen Anforderungen", sagt Bildungsstadtrat Michael Szulczewski (CDU).Die Pläne für das Schuldorf auf dem so genannten Tischlereigelände in Mahlsdorf datieren von 1994. Jetzt könnten sie Realität werden - wenn im Juni der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses zustimmt. Dieser hatte im Herbst vergangenen Jahres dafür gesorgt, dass das Projekt gestoppt wurde. Denn rein statistisch betrachtet, braucht der Großbezirk keine neuen Schulen: Im Vergleich zu 1996 gibt es dort nur noch etwa ein Drittel der Schulanfänger - statt 18 000 werden im September nur noch rund 6 000 Kinder eingeschult."Dennoch brauchen wir den Neubau", sagt Bildungsstadtrat Michael Szulczewski (CDU). In das 48 Millionen Mark teure Haus soll die Jules-Verne-Oberschule - laut Bertelsmann-Stiftung eine der führenden deutschen Medienschulen - einziehen. Die Gesamtschule ist überfüllt: "875 Schüler lernen an zwei Standorten in Gebäuden, an denen seit Jahren nichts getan wurde. Sportunterricht kann nicht in Schulnähe erfolgen", sagt Schulleiter Robert Giese. Für den CDU-Abgeordneten Mario Czaja ist das neue Gebäude auch aus städtebaulichen Gründen wichtig: "Im Siedlungsgebiet von Mahlsdorf und Kaulsdorf gibt es nur eine Oberschule, das Gymnasium Elsengrund. " Doch die Bevölkerungszahl steige rasant.Das neue Schuldorf solle nicht nur mehr Qualität als die bisherigen Häuser bieten, sagt Szulczewski. "Ein Neubau ist preiswerter als die Sanierung der alten Schulgebäude. " Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung habe ergeben, dass für eine Sanierung zehn Millionen Mark mehr zu zahlen wären. Diesen Nachweis hatte der Hauptausschuss gefordert - "erstmals in Berlin bei einer bezirklichen Investition", sagt Bürgermeister Uwe Klett (PDS). Mit dem Neubau würden auch zwei Grundstücke in exponierter Lage frei, die sich vom Liegenschaftsfonds günstig vermarkten ließen: an der Lion-Feuchtwanger-Straße und an der Bausdorfstraße in Kaulsdorf.Bereits in den vergangenen Monaten haben die im Hauptausschuss vertretenen Abgeordneten aus Marzahn-Hellersdorf, Norbert Eyck (CDU), Iris Spranger (SPD) und Wolfgang Brauer (PDS), bei ihren Parlamentskollegen um Zustimmung für das geplante Schuldorf geworben. Stimmt der Hauptausschuss zu, kann sofort mit dem Bau begonnen werden, sagt Bürgermeister Klett: "Der Bebauungsplan steht, die Planungsunterlagen sind schon lange fertig. " Allein für Grundstückankauf und Bauplanung habe der Bezirk bereits mehr als acht Millionen Mark ausgegeben. (el. )

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