Theater

Stasi, Republikflucht und andere Neurosen: Yael Ronens „Replay“ an der Schaubühne

Yael Ronen hat alle autobiografischen Stränge gekappt, das Schicksal nimmt seinen Lauf als bürgerliches Episodenspiel mit DDR-Hintergrund. Die Kritik.

5 Min
Die Sopranistin (Ruth Rosenfeld) reicht in „Replay“ von Yael Ronen in der Schaubühne den Pianisten (Christoph Gawenda) an die Tochter durch.

Die Sopranistin (Ruth Rosenfeld) reicht in „Replay“ von Yael Ronen in der Schaubühne den Pianisten (Christoph Gawenda) an die Tochter durch.

© Ivan Kravtsov

Ein bisschen überspannt ist sie schon, die karrierebewusste Diva bei ihrem Abschied. Kein Wunder, die Sopranistin ist als Brunhilde in Bayreuth engagiert. Da kann man den Gatten schon mal anherrschen, weil er nicht gleich die richtigen Handschuhe bringt und sich wundert, dass sie ihr Familienfotoalbum mitnimmt. Und statt die Töchter zu trösten, bürdet sie ihnen Druck und Pflichten auf und korrigiert die Fehler in den Glückwunschbriefen. Nun, wir schreiben das Jahr 1987 und befinden uns in Dresden. Die Überspanntheit resultiert aus ihrem heimlich gefassten Plan, im Westen zu bleiben.

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