Steigende Mietpreise

Wohnen wird für Berliner Studenten immer teurer

Die Mieten haben sich seit dem Jahr 2012 um rund 30 Prozent erhöht.

Ulrich Paul
3 Min
Schwarzes Brett in der Mensa der FU: Wohl dem, der einen preiswerten Platz in einer Wohngemeinschaft findet.

Schwarzes Brett in der Mensa der FU: Wohl dem, der einen preiswerten Platz in einer Wohngemeinschaft findet.

© Imago

Studenten, die in Berlin ein Zimmer anmieten, müssen dafür mittlerweile im Schnitt eine Warmmiete von 400 Euro monatlich zahlen. Das geht aus einer Untersuchung des Forschungsinstituts Empirica zum Start des Sommersemesters 2017 hervor, die am Dienstag präsentiert wurde. Die Preise für ein Zimmer haben sich danach von 310 Euro im Sommersemester 2012 um rund 30 Prozent erhöht.

Im bundesweiten Vergleich sind Studentenzimmer mit 500 Euro in München am teuersten, gefolgt von Stuttgart (450 Euro) und Frankfurt am Main (438 Euro). Die günstigsten Angebote gibt es laut Empirica in den ostdeutschen Städten Cottbus und Halle (je 240 Euro) sowie in Chemnitz (210 Euro). Die günstigste westdeutsche Uni-Stadt ist Hildesheim (250 Euro).

Durchschnittspreis bei 345 Euro

Über alle Hochschulstandorte gesehen liegt der Standardpreis für ein Zimmer bei 345 Euro. Bundesweit sind die Preise seit 2012 um 21 Prozent gestiegen. Genauso teuer wie in Berlin sind WG-Zimmer zurzeit in Köln und Hamburg.

Die Empirica-Untersuchung basiert auf der Auswertung von mehr als 100.000 Mietinseraten für unmöblierte Zimmer in Wohngemeinschaften. Die Zimmer haben eine Größe von zehn bis 30 Quadratmeter. In die aktuelle Untersuchung gingen die Angebote aus den ersten drei Monaten des Jahres 2017 ein. Die Preisspanne für Berlin reicht von 347 Euro für das preiswerteste Viertel der Angebote bis zu 453 Euro für das teuerste Viertel.

Für Studierende ist die Wohnungssuche in der Hauptstadt schwierig. In Berlin gab es zuletzt rund 180.000 eingeschriebene Studenten. Über das Studentenwerk stehen ihnen an 33 Standorten jedoch nur 9399 Wohnheimplätze zur Verfügung. Das Problem: Alle sind belegt. „Freie Plätze gibt es nicht“, sagt der Sprecher des Studentenwerks, Jürgen Morgenstern. 2700 Leute warteten auf einen Platz.

Der Neubau kann den Bedarf nicht decken. Das Studentenwerk errichtet derzeit 136 Plätze in zwei Projekten: In der Mollwitzstraße am Schlosspark Charlottenburg entstehen 86 Plätze in einem Erweiterungsbau. Und am Dauerwaldweg am S-Bahnhof Grunewald werden 50 Plätze gebaut. Im nächsten Jahr sollen sie fertig sein.

Studentenwerk noch günstig

Die Wohnheimplätze des Studentenwerks sind wegen des günstigen Preises begehrt. Sie kosten im Schnitt 220 Euro Warmmiete. Die Größe der Zimmer reicht von zwölf bis mehr als 25 Quadratmeter. Bei den kleineren Wohneinheiten handelt es sich um Zimmer „auf einem Flur“ mit gemeinschaftlicher Küche und Bad. Die größeren Einheiten sind abgeschlossene Apartments oder Wohnungen.

Entlastung auf dem Wohnungsmarkt für Studenten dürfte es erst geben, wenn die geplanten 3000 Plätze der landeseigenen Berlinovo bis 2021 fertiggestellt sind. Die ersten 129 Apartments mit 141 Wohnplätzen sollen im Juni dieses Jahres bezugsfertig sein, sagt Berlinovo-Sprecher Stefan Siebner. Sie entstehen in der Storkower Straße in Lichtenberg. Die sogenannten Mikro-Apartments haben eine Größe von 16 Quadratmetern. Das reicht für ein Bett, ein Wandregal, einen Schreibtisch, einen Schrank, eine Mini-Küche mit Herd, Spüle und Kühlschrank sowie ein Bad mit Dusche. Die durchschnittliche Warmmiete: 332 Euro.

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