Steinewerfen in Kreuzberg – wenn jemand davon spricht, denken die meisten in Berlin sicher an das, was im Umfeld des alljährlichen „Revolutionären 1. Mai“ in den Medien vermeldet wird. Es gibt nun mal Klischees, die sich über die Jahrzehnte verfestigen. Aber bei der wunderbaren Sache, zu der sich die 13 Leute an diesem Abend im Sommerbad Kreuzberg versammelt haben, geht es mitnichten um Politik, Randale oder gar Gewalt, sondern um ein feines Freizeitvergnügen. Und zwar um eines, das fast allen, die davon hören, ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
Gemeint ist die hohe Kunst des Flitschens oder Ditschens. In anderen Gegenden heißt es Flacherln oder Pfitscheln, Schnellen oder Flippen. Alle kennen es und haben es schon mal gemacht, trotzdem gibt es keinen einheitlichen deutschen Begriff dafür. Im Englischen heißt es etwas technisch „stone skimming“. Es geht darum, Steine so gekonnt übers Wasser segeln zu lassen, dass sie nicht „wie ein Stein“ versinken, sondern möglichst oft hintereinander auf der Oberfläche kurz auftippen und weit übers Wasser hüpfen. Der Weltrekord steht bei 88 Sprüngen und fast 100 Metern.
Berlin
„Wir meinen die Sache wirklich ernst“: Wie Steine schmeißen zum Kreuzberger Trendsport wird
Im Prinzenbad treffen sich Sportler, die sehr ernsthaft Steine übers Wasser flitschen lassen. Klingt banal, ist aber der ideale Sport in Zeiten von Krieg und Krisen.
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Volle Konzentration, voller Einsatz: Gleich fliegt im Prinzenbad der Stein übers Wasser.
© Benjamin Pritzkuleit/Berliner Zeitung