Nachdem die AfD bei den Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen deutliche Zugewinne verzeichnet hat, ist sie in drei Städten mit Bewerbern um Bürgermeisterposten in den Stichwahlen vertreten. Mögliche Zusammenschlüsse der anderen Parteien, um die AfD-Kandidaten zu verhindern, kritisierte der Landesparteichef Martin Vincentz nun. Das sei ein „Armutszeugnis“ im Umgang mit dem Wählerwillen und der Demokratie. Die AfD werde trotzdem in den kommenden zwei Wochen bis zu den Stichwahlen einen ambitionierten Wahlkampf führen, um zu zeigen, „dass die politische Basis anders tickt“.
Ohne eine inhaltliche Auseinandersetzung einfach nur die AfD zu verhindern, möge bei dieser Wahl noch gelingen, sagte Vincentz. Bei der nächsten Kommunalwahl in fünf Jahren werde das nicht mehr möglich sein. Dann wird es laut Vincentz auch in Nordrhein-Westfalen die ersten Bürgermeister und vielleicht sogar Oberbürgermeister der AfD geben. „Ich bin der festen Überzeugung, dass in den nächsten fünf Jahren die Brandmauer auf kommunaler Ebene geschliffen wird“, sagte er.
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„Die SPD hat hier eine Klatsche vor dem Herrn bekommen“
Bei der Kommunalwahl in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland hat die AfD ihre Zustimmungswerte in den Stadträten und kreisfreien Städten fast verdreifacht und ist mit 14,5 Prozent hinter CDU und SPD auf dem dritten Platz gelandet. In drei Städten – Gelsenkirchen, Duisburg und Hagen – schafften es AfD-Kandidaten in die Stichwahl.
Vincentz wies darauf hin, dass man in vielen Städten angesichts der neuen Fraktionsstärke in den Räten nicht mehr an der AfD vorbeikomme. Man habe den Anspruch, mit zweistelligen Ergebnissen Volkspartei zu werden, und „noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht“, sagte Vincentz.
Der stellvertretende Landesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Kay Gottschalk sprach von einem „grandiosen Ergebnis“, das die AfD gegen Widerstände „tief im roten Westen, der früheren Herzkammer der SPD“, erzielt habe. „Die SPD hat hier eine Klatsche vor dem Herrn bekommen“, sagte Gottschalk weiter. Von der kommunalen Ebene über das Land bis zum Bund werde die AfD „jetzt richtig Feuer unter dem Hintern der Altparteien machen“.
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