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Gesundheit

Stiko empfiehlt Meningokokken-B-Impfung für Säuglinge

Meningokokken-B-Erkrankungen können sehr schwerwiegend verlaufen. Das Erkrankungsrisiko ist im ersten Lebensjahr am höchsten. Die Stiko rät deshalb zur Impfung für Säuglinge.

Team News dpa/AFP/BLZ
2 Min
Ein Kinderarzt impft ein Kind: Säuglinge sollten ab sofort eine Impfung gegen Meningokokken B erhalten, sagt die Stiko.

Ein Kinderarzt impft ein Kind: Säuglinge sollten ab sofort eine Impfung gegen Meningokokken B erhalten, sagt die Stiko.

© Julian Stratenschulte/dpa

Zum Schutz vor einer schweren Erkrankung sollen Säuglinge der Empfehlung zufolge drei Impfdosen im Alter von zwei, vier und zwölf Monaten erhalten. Für Kleinkinder sieht die vom Robert Koch-Institut (RKI) veröffentlichte Empfehlung bis zum fünften Geburtstag eine Nachholimpfung vor.

Das sind die Symptome einer Meningokokken-Infektion

Bei einer Meningokokken-Infektion kommt es dem RKI zufolge häufig zu Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost und Schwindel mit „schwerstem Krankheitsgefühl“. Zu Säuglingen und Kindern sagen die Experten: „Es können Fieber, Erbrechen, Reizbarkeit oder auch Schläfrigkeit, Krämpfe, Aufschreien sowie eine vorgewölbte oder harte Fontanelle auftreten.“

Es kann zu einer Meningitis oder Sepsis kommen. Bei Säuglingen und Kleinkindern sind die Symptome oft weniger charakteristisch. Die Nackensteifigkeit als Anzeichen einer Gehirnhautentzündung kann fehlen.

So werden Meningokokken übertragen

Meningokokken sind Bakterien und werden durch Tröpfchen, etwa beim Husten oder Niesen, auf andere Personen übertragen. Dabei unterscheidet man zwischen sogenannten Serogruppen. Laut RKI werden in Deutschland die meisten Erkrankungen durch die Serotypen B, C, W und Y ausgelöst.

Für die Serogruppe C empfiehlt die Stiko bereits seit 2006 eine Impfung für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr. Eine Impfempfehlung gegen Typ B galt bislang nur für bestimmte Risikogruppen, beruflich gefährdete Personen sowie Menschen, die in ein Hochendemiegebiet reisen.

Wie wahrscheinlich ist eine Meningokokken-Infektion?

Insgesamt sind invasive Meningokokken-B-Erkrankungen in Deutschland sehr selten und in den vergangenen zwei Jahrzehnten deutlich zurückgegangen. In den fünf Jahren vor der Corona-Pandemie erkrankten laut RKI jährlich etwa 3,5 von 100.000 Säuglingen.

Die allgemeine Sterblichkeit bei einer MenB-Erkrankung liegt den Experten zufolge in Deutschland bei etwa 8 Prozent. Von 2015 bis 2019 seien in Deutschland insgesamt 59 Todesfälle berichtet worden. „Die meisten Todesfälle traten bei Säuglingen und Kleinkindern auf.“

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