66.113 Zuschauer bei einem Flutlichtspiel im Berliner Olympiastadion - und das bei einen Zweitligaspiel. Selbst die Spieler von Hertha BSC waren beeindruckt von dieser großartigen Unterstützung gegen den FC St. Pauli - auch wenn die Partie für die Berliner mit 1:2 verloren ging: „Den Fans gebührt trotzdem ein riesiges Dankeschön – die Kulisse war Wahnsinn!“, sagte Torhüter Tjark Ernst. Und Haris Tabakovic fügte an: „Die Atmosphäre war der Wahnsinn, es war einfach unglaublich mit den über 65.000 Fans. Umso bitterer ist es, dass wir nicht die drei Punkte geholt haben.“
Die Stimmen zum Spiel, in dem Johannes Eggestein vor der Pause das 1:0 für St. Pauli erzielte, Marcel Hartel per Kopf auf 2:0 erhöhte - und dem eingewechselten Derry Scherhant in der 83. Minute der Anschlusstreffer zum 1:2 gelang.
Herthas Keeper: „Haben uns schnell den Schneid abkaufen lassen“
Tjark Ernst, Torhüter von Hertha BSC: „Wir wollten eigentlich zu Beginn vorne draufgehen und das Stadion direkt mitnehmen, allerdings haben wir uns zu schnell den Schneid abkaufen lassen. St. Pauli war ein sehr guter und spielstarker Gegner, das müssen wir anerkennen. Die Hamburger haben den Ball sehr gut in den eigenen Reihen laufen lassen und uns das Leben dadurch schwer gemacht. Wie die Gegentore gefallen sind, ärgert mich dennoch. In solchen Spielen geben kleine Dinge den Ausschlag. Leider ist uns hinten heraus der Lucky Punch nicht gelungen.“
Wie eine Biene ohne Stachel: Hertha BSC bringt St. Pauli kaum in Gefahr
Eric Smith, Mittelfeldspieler St. Pauli: „Ich denke, dass wir heute eines unserer besten Auswärtsspiele in diesem Jahr gezeigt haben. Wir haben sehr dominant gespielt. Wir wussten, dass es im zweiten Durchgang harte Duelle werden, aber was wir gezeigt haben, da bin ich sehr stolz auf die Jungs heute, es ist unglaublich.“
Toni Leistner, Kapitän von Hertha BSC: „Wir haben gegen ein extrem gutes Team gespielt, das noch nicht verloren hat. Aber wir hätten in der ersten Halbzeit mit viel mehr Mut und Risiko spielen müssen, so wie wir das in der zweiten Hälfte gemacht haben. Da waren wir aggressiver in den Zweikämpfen, da haben wir höher gepresst und auch Ballverluste erzwungen. Das hätten wir über 90 Minuten schaffen müssen, denn wir sind eine Mannschaft, die nach vorne spielen und sich nie ergeben möchte – vor allem nicht vor so einer Kulisse. Allerdings sind wir als Team mittlerweile so gefestigt, dass uns so eine Niederlage nicht mehr umhauen wird. Die Saison ist ein Marathon, kein Sprint. Wir arbeiten konzentriert weiter und haben jetzt mit Schalke wieder ein schönes Spiel vor der Brust.“
Zweite Chance bei Hertha BSC? Torwart Marius Gersbeck muss nicht ins Gefängnis
Fabian Hürzeler, Cheftrainer St. Pauli: „Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen, waren mutig und hatten die Kontrolle. Wir sind immer gefährlich im Strafraum der Herthaner gewesen und machen verdient das 1:0. Wir haben konsequent verteidigt und sehr wenig zugelassen. Wir müssen effektiver sein, speziell im zweiten Durchgang hatten wir auch sehr viele Tormöglichkeiten. Ich wünsche Hertha alles gute für die Hinrunde.“
Haris Tabaković, Stürmer von Hertha BSC: „Die erste Halbzeit war gar nichts, da waren wir nicht mutig genug. In der zweiten Halbzeit war es auch schwierig. Wir haben es versucht, auch mit der Systemumstellung. Am Ende sind wir nochmal rangekommen, aber es war ein verdienter Sieg für St. Pauli. Wir wussten, wie die Tabelle aussieht, wir wollten hier den Sieg holen, damit wir auch an die oberen Plätze rankommen. Es geht jetzt darum, dass wir auf Schalke punkten.“
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