Handball

Störgeräusche gegen Bundestrainer Alfred Gislason vor der EM-Auslosung

Die deutschen Handballer fiebern der Auslosung der Vorrundengruppen für die Heim-EM entgegen. Die Vorfreude wird aber von Kritik am Bundestrainer begleitet.

sid
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Bundestrainer Alfred Gislason freut sich trotz der Kritik an seiner Person auf die Handball-EM.

Bundestrainer Alfred Gislason freut sich trotz der Kritik an seiner Person auf die Handball-EM.

© Andreas Gora/dpa

Es rumort, aber Alfred Gislason lässt sich nichts anmerken. Der Handball-Bundestrainer fiebert der Auslosung der Heim-EM am Mittwoch in Düsseldorf entgegen. „Sie ist ein Signal für alle, dass es richtig losgeht – obwohl wir schon längst in Sachen Europameisterschaft unterwegs sind“, sagte Gislason.

Die jüngste Kritik an ihm und seinem Team nach den zuletzt gezeigten Leistungen wird auch der Isländer mitbekommen haben, aber für den 63-Jährigen zählt jetzt nur das Turnier in Deutschland in acht Monaten. „Ich bin gespannt, welche Gegner wir bekommen“, sagte Gislason: „So eine Auslosung ist immer ein spannender Moment.“

Spanien oder Frankreich?

Interessant ist bei der Ziehung der sechs Vorrundengruppen (ab 17.45 Uhr/sportschau.de) vor allem, ob das Team um Kapitän Johannes Golla in der ersten Turnierphase auf Olympiasieger Frankreich oder den dreimaligen Europameister Spanien trifft. So viel steht nämlich schon fest. Spannung verspricht auch die Frage, gegen wen es für die DHB-Auswahl im „Weltrekord-Eröffnungsspiel“ vor mehr als 50.000 Zuschauern im Düsseldorfer Fußball-Stadion geht.

Da habe er, so Gislason, „keinen besonderen Wunsch. Das kommt, wie es kommt. Ich freue mich einfach, dass wir am 10. Januar ein ganz besonderes Spiel erleben können.“ Mögliche EM-Auftaktgegner für Deutschland, das sich in Lostopf zwei befindet und für die Vorrundengruppe A in Düsseldorf und Berlin gesetzt ist, sind die Schweiz, Rumänien, Montenegro, Griechenland, Georgien und Färöer.

Einige Bundesligisten sind unzufrieden mit Alfred Gislason

Im Vorfeld der Auslosung sorgte ein Spiegel-Bericht mit dem Titel „So spaltet die Gislason-Frage den deutschen Handball“ für Aufregung. In der Liga, so heißt es in dem Bericht, formiere sich hinter den Kulissen „eine Front“ gegen Gislason als Bundestrainer. Karsten Günther, Geschäftsführer des SC DHfK Leipzig und HBL-Präsidiumsmitglied, habe nach den deutlichen Testspielpleiten gegen Dänemark zuletzt die Ablösung des Bundestrainers gefordert. Die Personalie Gislason spalte laut Spiegel „den deutschen Handball in zwei Lager“.

Beim Deutschen Handballbund (DHB) wollte man den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren. Liga-Geschäftsführer Frank Bohmann äußerte sich betont zurückhaltend. Die Auswahl des Bundestrainers sei „keine Angelegenheit“ der HBL oder ihrer Manager. Man sei „zu allen Themen im Austausch mit dem DHB und wir tun gut daran, diesen Dialog fortzusetzen und nicht halb gare Lösungen über den Spiegel zu diskutieren bzw. zu spekulieren“. 

„Natürlich“, so Bohmann, gebe es in der Liga „eine Unzufriedenheit wegen der Matches gegen Dänemark und Schweden, die einen Klassenunterschied erkennen ließen“. Hierzu habe man sich ausgetauscht. Es gebe aber „mitnichten eine gespaltene Liga“.

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