Sie laufen in das sumpfige Ufergebiet an einem Kanal zwischen dem Großen Storkower See und dem Scharmützelsee, etwa 50 Kilometer östlich von Berlin-Mitte. Offenbar gibt es hier eine Spur. Aber die Beamten wollen nicht sagen, was sie suchen.
Die Polizei war mit einer Hundertschaft vor Ort.
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Auch am Waldrand stehen Beamte, um Zufahrtswege zu sichern.
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Auch Gebäude auf dem Anwesen des Entführungsopfers werden durchsucht.
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Bei der Täter-Suche kam auch der Hubschrauber "Adebar" der brandenburgischen Polizei zum Einsatz.
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Mit Maschinenpistolen bewaffnete Polizisten bewachen das Anwesen des verschleppten Geschäftsmannes in einem Storkower Ortsteil.
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Mit Maschinenpistolen ausgestattete Einsatzkräfte sperren Wege und kontrollieren Passanten.
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Ein Einsatzfahrzeug der Taucherstaffel.
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Die Taucher sind auf dem Großen Storkower unterwegs.
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An der Schleuse in Wendisch-Rietz werden zudem Boote kontrolliert.
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In der Nähe des Fundortes des verschleppten Geschäftsmannes halten Beamte auch in den Nachtstunden Stellung auf einem Boot der Wasserschutzpolizei.
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Das Boot liegt an der Schleuse in Wendisch-Rietz.
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Einige hundert Meter weiter, am Ufer des Großen Storkower Sees, hatte am Wochenende ein unbekannter Geiselnehmer einen 51-jährigen Berliner Geschäftsmann mit Waffengewalt entführt und zwei Tage festgehalten. Er wollte eine Millionensumme als Lösegeld erpressen. Das Opfer konnte sich am Sonntagmorgen selbst befreien.
Der als hoch gefährlich eingestufte Täter ist aber auf der Flucht. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um den selben Mann handelt, der im vergangenen Jahr die Anschläge auf die Berliner Unternehmerfamilie Pepper verübt hatte. Ein Leibwächter war damals angeschossen und lebensgefährlich verletzt worden. Der Fall ist bislang nicht aufgeklärt.
Polizei sucht überall nach Spuren
Am Ufer ist es matschig. Ein Schilfgürtel versperrt die Sicht aufs Wasser. Absperrband der Polizei hängt an Bäumen. Hierher war der Unternehmer, Vorstand einer Investmentfirma, per Paddelboot verschleppt worden. Nicht auf eine Insel, wie es anfangs hieß. Die gibt es hier nicht. Die Stelle ist vom Wasser wie auch vom Wald kaum einsehbar.
Schilf und Gräser sind niedergetreten. Es gibt keinen Unterschlupf wie etwa eine Hütte. Das Opfer lag hier zwei kalte Nächte lang auf dem sumpfigen Boden, von Kopf bis Fuß in Folie und Klebeband gewickelt.
Weiter im Wald verläuft der Knüppelweg, ein schmaler Spazierpfad auf Holzbalken, die über den Sumpf führen. Über diesen Weg soll der Entführte geflohen sein, kurz nachdem er sich von seinen Fesseln befreien konnte. „Er stand auf Socken vor mir und seine Beine waren triefnass“, sagt Konstanze A. (65), aus dem nahen Wendisch Rietz.
Bei ihr und ihrem Mann hatte Stefan T. am Sonntag um 7 Uhr geklingelt. „Er sagte, er sei entführt worden und bat uns, die Polizei zu rufen“, sagt sie. Ihr Mann Herbert A. (65) fährt mit seinem Zeigefinger auf einer Landkarte den Weg zwischen dem Anwesen des Unternehmers und seinem Entführungsort entlang. „Es sind nur 1800 bis 2000 Meter.“
Entlang der Strecke zum Haus des Opfers stehen immer wieder Polizeiwagen. Eine Kolonne mit einem Spezialeinsatzkommando fährt vorbei. Die Polizei sucht überall nach Spuren vom Täter, denn nur so können die Aussagen des Entführungsopfers überprüft und vielleicht endlich eine DNA-Spur des mysteriösen Angreifers im Fall Pepper gefunden werden.
Obwohl sich Pepper und T. offenbar nicht kennen, zogen die Ermittler schnell Parallelen zwischen beiden Fällen. Wegen der Nähe beider Tatorte: Storkow und Bad Saarow sind nur vier Kilometer entfernt. Und weil in beiden Fällen die selbe Pistole abgefeuert wurde.
Ein stattliches Anwesen
Spekulationen, dass die Entführung von Stefan T. nur vorgetäuscht oder selbst inszeniert wurde, teilen die Kriminalisten nicht. „Natürlich werden Ermittler immer misstrauisch, wenn sich ein Entführungsopfer selbst befreien kann“, sagt ein Kenner des Falls. Denn das gelinge äußerst selten. „Aber in diesem Fall gibt es keine Hinweise, dass die Entführung vorgetäuscht wurde.“ Denn dann müsste Stefan T. im Besitz der Waffe im Fall Pepper sein. Das gilt aber als abwegig.
Das Grundstück von Stefan T. ist ein stattliches Anwesen mit riesiger Villa und Zugang zum See. „Achtung, frei laufender Hund“ steht auf einem Schild am Tor. Polizisten stehen Wache. Das Gebäude soll 130 Jahre alt sein. Anfangs wohnten dort Nonnen, später war es Ferienheim. Bevor Stefan T. es vor einigen Jahren kaufte, war es kurzzeitig ein Hotel.
Freundliche Nachbarn
„Die Familie wohnt seit drei bis vier Jahren hier“, sagt ein Nachbar. „Sie sind nicht immer da, aber vor allem am Wochenende.“ Stefan T. sei ein freundlicher Mensch, man grüße sich über den Zaun, treffe sich beim Spazieren. 2011, beim 50. Geburtstag des Geschäftsmanns, seien er und andere Nachbarn zum Grillen eingeladen worden. Vor dem flüchtigen Täter hat er keine Angst. „Das nützt ja nichts“, sagt der Rentner. „So etwas kann überall passieren.“
Auffälliges hat der Nachbar nie bemerkt. Auch nicht auf dem See, von wo aus der Täter monatelang vor der Geiselnahme das Haus observiert haben soll. Die Polizei glaubt deshalb, dass es sich um einen Ortsansässigen handelt. „Auf dem See fahren Kanus und Hausboote, da fällt so etwas nicht auf“, sagt er. „Auch vor dem Haus, auf der Straße, parken ständig Leute, die in die Pilze wollen.“ Dass der Täter wiederkommen könnte, glaubt der ältere Herr nicht. „Wo der Blitz einmal eingeschlagen hat, schlägt er nicht wieder ein.“ (mit ls., sk., bla.)
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