Nahost-Krieg

Straße von Hormus: Öltransporte nehmen trotz Unsicherheiten offenbar zu

In den vergangenen Tagen wurde laut einem Bericht so viel Öl durch die Straße von Hormus transportiert wie seit Kriegsbeginn nicht mehr. Mehrere LNG- und Öltanker passierten die Meerenge.

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Im Golf von Oman sind Tanker und Frachtschiffe zu sehen.

Im Golf von Oman sind Tanker und Frachtschiffe zu sehen.

© Uncredited/AP/dpa

Durch die Straße von Hormus ist in den vergangenen Tagen so viel Öl transportiert worden wie seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar nicht mehr, wie Bloomberg berichtet. Nach Daten der Nachrichtenagentur passierten am Freitag, Samstag und Sonntag Tanker mit rund 20 Millionen Barrel Rohöl die Meerenge, was der höchste beobachtete Wert seit Ende Februar sei.

Dabei handele es sich nur um erkennbaren Verkehr; einige Schiffe schalten ihre Signale aus Sicherheitsgründen während der Fahrt aus. Daher könnte die tatsächliche Menge laut Bloomberg höher liegen. Das US-Zentralkommando (Centcom) sprach demnach allein für Samstag von 17 Millionen Barrel Öl an Bord von 55 Handelsschiffen.

Die iranischen Revolutionsgarden hatten die für den weltweiten Energiehandel zentrale Meerenge laut Reuters am Samstag erneut für geschlossen erklärt – als Reaktion auf israelische Angriffe im Libanon. Laut Kpler-Daten haben am Sonntag nur fünf Schiffe die Straße von Hormus passiert, im Vergleich zu 26 Schiffen am Vortag. Eine Woche zuvor hatte der Iran die faktische Blockade nach Vereinbarung einer 60-tägigen Waffenruhe mit den USA aufgehoben.

Am Montag fuhren laut Reuters vier von Katar kontrollierte LNG-Tanker durch die Straße von Hormus in den Persischen Golf, ebenso wie zwei Supertanker, die bis zu vier Millionen Barrel Öl transportieren können. Einer von ihnen gab laut Tracking-Daten den irakischen Hafen Basra als Ziel an, hieß es. Aus Schiffverfolgungsdaten gehe außerdem hervor, dass zwei Rohöltanker die Meerenge verließen.

Iran erhöht eigene Ölexporte deutlich

Auch der Iran selbst weitet seine Lieferungen aus. Bloomberg berichtete unter Berufung auf Schiffsverfolgungsdaten, drei mit US-Sanktionen belegte Supertanker – „Elva“, „Virgo“ und „Vigor“ – seien am Montagmorgen mit rund sechs Millionen Barrel vom Verladeterminal Kharg auf dem Weg durch die Meerenge gewesen. Möglich wurde dies, nachdem die USA ihre seit Mitte April geltende Blockade gegen Schiffe, die iranische Häfen anlaufen, vergangene Woche aufgehoben hatten.

Im Schweizer Ort Bürgenstock setzten die USA und der Iran ihre Gespräche fort. Der Iran sprach nach durchverhandelter Nacht von „großen Fortschritten“. US-Vizepräsident JD Vance sagte laut Bloomberg vor Journalisten, es sei ein „Mechanismus“ geschaffen worden, um den Durchfluss durch Hormus zu sichern. Ob er sich damit auf eine neue Vereinbarung mit Teheran oder die laufende US-Militärkoordination entlang der omanischen Küste bezog, blieb zunächst offen.

Das von der US-Marine geführte Joint Maritime Information Center (JMIC) bestätigte in einer Mitteilung an die Schifffahrt am Montag den steigenden Verkehr, wie Bloomberg berichtete. Zugleich warnte das JMIC, dass der Iran weiterhin Schiffe anfunke und überwache. Der Schiffsmakler Clarkson sprach laut Reuters von einem „positiven Trend“ in der Straße von Hormus, obwohl die täglichen Transits weiterhin unter den 125 Überfahrten vor Kriegsbeginn liegen.

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