Kurfürstenstraße

Bezirk stellt Bio-Klos im Rotlicht-Kiez auf

Den Prostituierten werde so ein geschützter Raum geboten, sagt der Betreiber.

Mike Wilms
2 Min
Straßenstrich an der Kurfürstenstraße: Die wasserlose Bio-Toilette steht vor der Apostelkirche.

Straßenstrich an der Kurfürstenstraße: Die wasserlose Bio-Toilette steht vor der Apostelkirche.

© camcop media / Andreas Klug

Die Toiletten-Häuschen haben keine Wasserspülung, sondern nur ein mit Holzspänen gefülltes Auffangbecken. Die Holzspäne sollen die Fäkalien aufnehmen und zudem den Gestank reduzieren. Ist das der richtige Plan, um das Hygiene-Problem rund um den Straßenstrich zu lösen?

Einweihung der Klo-Häuschen am Montag

„Ja, unsere Toiletten sind hygienisch“, versichert Sven Riesbeck vom Betreiber der Anlagen, dem Start-up Eco Toiletten. Er freut sich, mit dem Bezirksamt Mitte „ins Geschäft“ gekommen zu sein. „Es traf sich, dass die Politik gerade eine Lösung suchte, als wir an die Behörden herantraten“, sagt Sven Riesbeck.

Die Einweihung der beiden Klo-Häuschen ist Montag, am „Welttoilettentag“. Auch Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) kommt. Das Projekt war länger geplant, wurde zuletzt aber konkreter: „Wir haben in einer mehrwöchigen Testphase mit nur einem Häuschen am Magdeburger Platz gesehen, dass es viel genutzt wird“, so Betreiber Riesbeck.

800 Euro Miete pro Toilette

Seine Firma kommt alle zwei Tage zur Reinigung. Das Konzept gebe den Prostituierten einen geschützten Raum und damit, so die Idee, mehr Würde. Ob das Test-Klo denn nicht als Sex-Box zweckentfremdet wurde? „Man findet schon mal ein Kondom“, sagt Riesbeck. Die Klos (Modell Basic Small) seien gratis für jeden zugänglich. Deshalb würden sie, wie viele öffentliche Toiletten, mitunter für Sex genutzt. 

Das zweite Häuschen wurde jetzt, kurz vor der Einweihung, an der Apostelkirche (Ecke Genthiner Straße) aufgestellt. Der Bezirk zahlt rund 800 Euro Miete pro Toilette und Monat.

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