Streik der Lokführergewerkschaft

„Durchziehen! Durchziehen! Durchziehen!“

„Streiken bis zur Unterschrift!“ Dieses Transparent trifft die Stimmung. Die Lokführer streiken weiter. Das wird bei der Berliner Demonstration mit GDL-Chef Weselsky klar. Dem Bahn-Management wirft er „Maßlosigkeit“ und „Frechheit“ vor.

Peter Neumann
2 Min
Streikabbruch? Natürlich nicht! Claus Weselsky vor dem Hauptbahnhof.

Streikabbruch? Natürlich nicht! Claus Weselsky vor dem Hauptbahnhof.

© Reuters/Hannibal Hanschke Lizenz

„Streiken bis zur Unterschrift!“ Dieses Transparent trifft die Stimmung. Ein Mitarbeiter von DB Regio sammelt viele Unterschriften für eine Resolution, die für die Fahrgäste nichts Gutes bedeutet. Der Inhalt: Die Lokführer seien bereit, den Streik so lange fortzusetzen, bis die Bahn endlich die Forderungen der Gewerkschaft akzeptiert. „Wenn sich kein Ergebnis abzeichnet, muss der Streik verlängert werden“, so der Regio-Lokführer.

Hohe Arbeitsbelastung, kurze Pausen

Auch er hegt Groll gegen seinen Arbeitgeber: Die Arbeitsbelastung sei hoch, Pausen und Ruhezeiten seien kurz. Die GDL müsse den Druck erhöhen, sonst würde die Bahn die erreichten Kompromisse gleich wieder kassieren. Andere Demonstranten sprechen über einen unbefristeten Ausstand. Zumindest, sagt einer, müsse der Streik bald wieder aufgenommen werden, wenn sich der Arbeitgeber nicht einlenkt.

Währenddessen fährt im Hauptbahnhof eine S-Bahn ein – Teil des Ersatzverkehrs, der trotz der Arbeitsniederlegung möglich ist. „Doch bald stehen die Streikbrecher nicht mehr zur Verfügung, denn auch sie müssen Ruhezeiten einhalten“, sagte ein S-Bahner.

„Auch wenn jemand nicht mitstreikt, ist er ein Kollege“, rief der Bundesvorsitzende, wie immer in Anzug und Krawatte. Hart ging Weselsky dagegen mit dem Bahn-Management ins Gericht, mit dessen „Maßlosigkeit“ und „Frechheit“. Nein, an einen Streikabbruch habe er nicht gedacht: „Wir werden unseren Arbeitskampf bis Sonntagfrüh, 9 Uhr, fortsetzen.“

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