Zu Höhenflügen gibt er aber keinen Anlass. Abgesehen davon, dass es in Berlin mehr als 2,5 Millionen Stimmberechtigte gibt, von denen sich die meisten offensichtlich enthalten haben: Es ist bequem, für alle Berliner radikale Einschnitte zu fordern, so lange solche Maßnahmen nicht einmal vage in Sicht sind. Schwer wird es dagegen sein, sie durchzusetzen, falls es wirklich einmal so weit kommen sollte.
In einer Stadt wie Berlin, in der schon die drohende Umwandlung von ein paar Parkplätzen in Radfahrstreifen Proteste auslöst, wird es kaum möglich sein, im gesamten Stadtgebiet Benziner, Diesel und kerosinbetriebene Flugzeuge zu verbieten – zumindest nicht ohne einen Wechsel des politischen Systems. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie sich das Erfordernis, rasch und wirksam auf die Erderhitzung zu reagieren, in unserer Demokratie verwirklichen lässt. Ein derart umfassender Verzicht, wie ihn die Klimaaktivisten fordern, wird auf absehbare Zeit sicher nicht durchgesetzt werden können.
Mehr als 43 000 Unterschriften für eine beherzte Klimapolitik in Berlin sind ein schöner Erfolg – aber ein Etappenziel, das relativ einfach zu erreichen war.
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