Europas Strommärkte senden vor dem Winter die deutlichsten Warnsignale seit der Energiekrise 2022. Der Großhandelspreis für Stromlieferungen im Januar liegt in Deutschland an der Europäischen Energiebörse bei mehr als 180 Euro je Megawattstunde. Das sind über 60 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie Bloomberg berichtet. Haupttreiber ist der kräftige Anstieg der Gaspreise infolge des Iran-Kriegs und der unterbrochenen LNG-Lieferungen aus Katar.
Dabei ist Europa heute besser gegen eine tatsächliche Energieknappheit geschützt als 2022. Neue LNG-Terminals, ein geringerer Gasverbrauch und zusätzliche Lieferanten haben die Versorgung widerstandsfähiger gemacht. Doch diese Absicherung hat einen Preis: Europa hängt stärker vom globalen Flüssiggasmarkt ab, während sich seine Bezugsquellen zunehmend konzentrieren. Im ersten Halbjahr 2026 stammten 81 Prozent der LNG-Importe des Europäischen Wirtschaftsraums allein aus den USA und Russland. Konflikte und Lieferausfälle schlagen dadurch schneller auf deutsche Gas- und Strompreise durch. Und der bisherige Preissprung könnte erst der Anfang sein.
Energiekrise
Strompreis steigt um 60 Prozent: Deutschland rutscht in einen teuren Winter
Europa ist besser gegen Gasknappheit gerüstet als 2022 – doch die neue LNG-Abhängigkeit macht Deutschlands Strommarkt verwundbar. Nun droht der nächste Preisschub.
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Düstere Aussichten: Der deutsche Strompreis für Januar liegt mehr als 60 Prozent über dem Vorjahresniveau. (Symbolbild)
© Martin Schutt/dpa