Bundesländervergleich

Studie: Berlin hat die niedrigste Kaufkraft aller Bundesländer

Trotz mittlerer Einkommen drücken hohe Lebenshaltungskosten die reale Kaufkraft. Die Hauptstadt landet im Ländervergleich auf den letzten Platz.

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Berliner können sich am wenigsten leisten.

Berliner können sich am wenigsten leisten.

© Patrick Pleul/dpa

In keinem anderen Bundesland bleibt den Menschen nach Abzug der regionalen Lebenshaltungskosten so wenig Geld übrig wie in Berlin. Das geht aus einer aktuellen Berechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hervor, die auf Daten des Jahres 2023 basiert.

Zwar verfügten Berliner im Schnitt über ein jährliches Nettoeinkommen von 26.208 Euro – damit liegt die Hauptstadt im Ländervergleich auf Platz zehn. Doch das Preisniveau in Berlin übersteigt den Bundesdurchschnitt um mehr als sechs Prozent. Nur Hamburg ist noch teurer. Wird das Einkommen um diese regionalen Preisunterschiede bereinigt, schrumpft die reale Kaufkraft laut IW auf lediglich 24.656 Euro pro Jahr. Das ist der niedrigste Wert aller 16 Bundesländer.

Brandenburg nur auf Rang zwölf

Auch das benachbarte Brandenburg schneidet im Kaufkraft-Vergleich schwach ab. Zwar liegen die Preise dort rund 2,3 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt, doch die Einkommen fallen ebenfalls gering aus. Preisbereinigt kommen Brandenburger auf rund 27.000 Euro im Jahr – Platz zwölf unter den Bundesländern.

Innerhalb Brandenburgs zeigen sich dabei erhebliche Unterschiede: Die niedrigste Kaufkraft weist Frankfurt (Oder) auf, wo das bereinigte regionale Einkommen bei 23.940 Euro liegt. Im bundesweiten Vergleich aller 400 Landkreise und kreisfreien Städte ist das der siebtniedrigste Wert. Am besten stehen Einwohner des Landkreises Potsdam-Mittelmark da – mit einem bereinigten Einkommen von 29.263 Euro belegen sie Rang 169 von 400.

Bayern führt das Ranking an

An der Spitze des Ländervergleichs steht Bayern. Dort trifft das höchste nominale Einkommen auf ein zwar überdurchschnittliches, aber nicht das höchste Preisniveau. Das Ergebnis ist eine bereinigte Kaufkraft von 30.396 Euro – fast 6000 Euro mehr als in Berlin.

Für die Analyse hat das IW Köln regionale Preisdaten aus kreisfreien Städten, Kreisen sowie Stadt- und Landkreisen mit Einkommensdaten des Statistischen Bundesamtes verknüpft. Beide Datensätze stammen aus dem Jahr 2023, da aktuellere belastbare Einkommenszahlen noch nicht verfügbar sind.

Ein direkter Vergleich mit früheren IW-Auswertungen ist laut dem Institut nur eingeschränkt möglich. Während in vorherigen Berechnungen noch das bayerische Starnberg den Spitzenplatz unter den einzelnen Regionen belegte, führt nun Heilbronn in Baden-Württemberg das regionale Kaufkraft-Ranking an.

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