Pandemie-Folgen

Langzeitfolgen von Corona: Pandemie hat uns laut Studie dümmer gemacht

Gedächtnisschwund und Abfall der kognitiven Leistung: Laut einer neuen Studie hat die Corona-Pandemie über 50-Jährige nachhaltig geschädigt. Was ist der Grund?

Team News Sophie Barkey sba
2 Min
Wissenschaftler stellten in der Corona-Pandemie einen rapiden Abfall der kognitiven Leistung von älteren Menschen fest.

Wissenschaftler stellten in der Corona-Pandemie einen rapiden Abfall der kognitiven Leistung von älteren Menschen fest.

© Zoonar/imago

Einer aktuellen Studie zufolge hat die Corona-Pandemie bei vielen Menschen bleibenden Schaden hinterlassen. Wie aus der Untersuchung von Wissenschaftlern der Universität Exeter und des King's College London hervorgeht, hat bei Erwachsenen über 50 Jahren seit der Pandemie die Gehirnleistung merklich abgenommen – und das auch bei Menschen, die nicht einmal an Covid-19 erkrankt waren. Die Ergebnisse der Studie veröffentlichten die Forscherinnen und Forscher im Fachblatt The Lancet.

Die Wissenschaftler untersuchten dafür die Ergebnisse computergestützter Hirnfunktionstests von mehr als 3000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Alter von 50 bis 90 Jahren in Großbritannien. Dabei wurden das Kurzzeitgedächtnis und die Fähigkeit der Teilnehmer, komplexe Aufgaben zu lösen, getestet. Bei der Analyse der Ergebnisse stellten die Forscher fest, dass sich der kognitive Abbau im ersten Jahr der Pandemie deutlich beschleunigte. Die Wissenschaftler beobachteten eine 50-prozentige Veränderung der Abbaurate in der gesamten Studiengruppe.

Der Trend setzte sich den Autoren zufolge auch im zweiten Jahr der Pandemie fort. Das deute darauf hin, dass die Auswirkungen über den anfänglichen zwölfmonatigen Zeitraum der Abriegelung hinausgehen, so die Wissenschaftler.

Seit Pandemie: Was ist der Grund für die verminderte Hirnleistung?

Der kognitive Rückgang könnte nach Ansicht der Wissenschaftler durch eine Reihe von Faktoren während der Pandemie verstärkt worden sein, darunter eine Zunahme von Einsamkeit und Depressionen, ein Rückgang der körperlichen Aktivität und ein höherer Alkoholkonsum.

Doch nach Ansicht der Wissenschaftler ist es für die vom kognitiven Verfall betroffenen Personen noch nicht zu spät. Frühere Forschungen hätten ergeben, dass verstärkte körperliche Aktivität, die Behandlung bestehender Depressionen, die Rückkehr in die Gemeinschaft und die Wiederaufnahme von Kontakten zu anderen Menschen wichtige Möglichkeiten sind, um das Demenzrisiko zu verringern und die Gesundheit des Gehirns zu erhalten.

Auch an die Politik appellieren die Wissenschaftler. Autorin Anne Corbin unterstreicht: „Unsere Ergebnisse machen auch deutlich, dass die politischen Entscheidungsträger bei der Planung künftiger Pandemie-Maßnahmen die weiterreichenden gesundheitlichen Auswirkungen von Einschränkungen wie Lockdowns berücksichtigen müssen.“

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