Die deutsche Automobilindustrie befindet sich in einer tiefgreifenden strukturellen Krise. Das geht aus der Studie „Automobilindustrie 2026: Restrukturierung als Überlebensprinzip" hervor, die von Executive Interim Partners, Porsche Consulting und dem IfUS-Institut der SRH University Heidelberg veröffentlicht wurde.
Demnach befinden sich bereits 54 Prozent der befragten Unternehmen in einer akuten Krisensituation. 92 Prozent bewerten ihre Lage als mittel bis stark gefährdet.
Besonders die Zulieferindustrie leidet unter dem Strukturwandel. 73,5 Prozent der befragten Unternehmen stufen den Transformationsdruck als sehr hoch ein.
Überkapazitäten und neue Konkurrenz auf dem Automarkt
Als Hauptursachen nennen die Studienteilnehmer den Markteintritt neuer Wettbewerber aus China, eine strukturelle Unterauslastung der Werke sowie geopolitische Handelskonflikte. Klassische Standortfaktoren wie Fachkräftemangel oder hohe Kosten in Deutschland spielen dagegen eine untergeordnete Rolle.
Die Produktionszahlen spiegeln diese Entwicklung wider: Während der weltweite und europäische Fahrzeugabsatz stagniert oder leicht rückläufig ist, konnten deutsche Hersteller ihre Auslandsproduktion 2024 um zwei Prozent steigern. Diese Verlagerung verdeutlicht die fortschreitende Internationalisierung der Branche.
Standortverlagerungen gelten als unvermeidlich
Als Reaktion auf die Krise setzen die Unternehmen auf harte Einschnitte. 91 Prozent der Befragten sehen Kostensenkungen und Restrukturierungen deutscher Produktionsstandorte als zentralen Hebel. 78 Prozent planen Investitionen in ausländische Absatzmärkte, 81 Prozent wollen neue Geschäftsfelder erschließen. Restrukturierungsexperte Michael Hengstmann von Executive Interim Partners warnt: „Wer jetzt nicht konsequent handelt, riskiert den dauerhaften Verlust von Wettbewerbsfähigkeit."
Gleichzeitig werden Forderungen nach politischer Unterstützung lauter. Die Branche verlangt die weitere Öffnung und Harmonisierung der EU-Märkte, bezahlbare Energiepreise und Schutz vor unfairem Wettbewerb.
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