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Wohnen

Neue Studie widerspricht dem Eindruck: Das Leben in Berlin ist noch relativ günstig

Eine neue Studie zeigt, wie hoch die Unterschiede der Lebenshaltungskosten in Deutschland sind. Mit Abstand am günstigsten ist es im Osten Deutschlands.

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Die Preise für Wohnungen und Eigenheime in Deutschland steigen seit Jahren. (Symbolbild)

Die Preise für Wohnungen und Eigenheime in Deutschland steigen seit Jahren. (Symbolbild)

© Frank Sorge

Das Leben in Berlin ist zwar überdurchschnittlich teuer, aber deutlich günstiger als in anderen deutschen Großstädten. Dass Wohn- und Lebenshaltungskosten je nach Stadt und Landkreis variieren, ist wohl jedem bekannt. Durch die anhaltende Inflation haben sich diese Differenzen aber noch verstärkt.

In welchen Städten und Landkreisen die Wohnkosten besonders hoch oder auch besonders niedrig sind, zeigt eine neue Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) mit Unterstützung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung für das Jahr 2022. Es fällt auf, dass die östlichen Bundesländer – mit Ausnahme von Berlin und Umgebung – meist deutlich unter dem Bundesdurschnitt liegen.

Neue Studie: Das sind die fünf teuersten Städte Deutschlands

Bei der Berechnung des Preisindex werden Wohn- und Konsumkosten wie Lebensmittel, Kleidung und Dienstleistungen berücksichtigt. Die Ergebnisse sind deutlich: Das Leben in Frankfurt am Main, Stuttgart, Hamburg, Köln und Düsseldorf ist deutlich teuer als in Berlin. 

Platz eins der teuersten Städte belegt München, hier sind sowohl die Wohn- als auch die Lebenshaltungskosten um 25,1 Prozent höher als im Bundesdurchschnitt. Die an München angrenzenden Landkreise Starnberg, Fürstenfeldbruck, Dachau sowie der Landkreis Ebersberg, weisen beim regionalen Preisindex ebenfalls sehr hohe Werte auf und liegen bei 16,7 Prozent über dem Durchschnitt. Platz drei belegt die Industriestadt Frankfurt am Main (15,7 Prozent über dem Durchschnitt), gefolgt von Stuttgart (14,8 Prozent). Die Hansestadt Hamburg liegt auf Platz fünf. Dort zahlen die Bewohner im Durschnitt 11,5 Prozent mehr.

Das Leben in Berlin ist um 5,5 Prozent teurer als im deutschen Durchschnitt 

Die Hauptstadt rangiert in der Vergleichsskala mit allen 400 Landkreisen und kreisfreien Städten auf Platz 40, der regionale Preisindex aufgrund der gesamten Wohn- und Konsumkosten für die Hauptstadt liegt bei 105,5 (100 = Durchschnitt). Das bedeutet: Das Leben in Berlin ist um 5,5 Prozent teurer als durchschnittlich in Deutschland.

Alle fünf Städte und Landkreise, die unter dem Bundesdurchschnitt liegen, sind in Ostdeutschland zu finden. 9,5 Prozent weniger zahlen insgesamt die Bewohner des Vogtlandkreises und belegen damit Platz Eins unter den günstigsten Orten zum Leben in Deutschland. Platz zwei der günstigsten Orte belegt die thüringische Stadt Greiz, die ebenfalls bei 9,5 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt liegt. Auf Platz drei folgt Görlitz (9,4 Prozent unter dem Durchschnitt), anschließend Pirmasens (9,3 Prozent) und auf dem fünften Platz liegt der Salzlandkreis mit 9,3 Prozent unter dem Durchschnitt. 

Dabei haben die Wohnkosten den größten Einfluss auf die insgesamt anfallenden Lebenshaltungskosten. Nach dem Preisindex für reine Wohnkosten ist München fast 54 Prozent teurer als Berlin. Die Wohnpreise in Potsdam sind ebenfalls um zwei Prozent höher als die in Berlin. In Berlin sind die reinen Wohnkosten im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt entsprechend um 17,8 Prozent höher.

In Stuttgart sind Konsumgüter im Durchschnitt um 4,2 Prozent teurer

Wird der Index ohne die Wohnkosten berechnet, liegt Stuttgart auf dem Platz Eins. Dort müssen die Bewohner 4,2 Prozent mehr für Konsumgüter zahlen als der Bundesdurchschnitt. Dahinter folgt München mit 2,1 Prozent Aufschlag, Aschaffenburg mit 1,8 Prozent und Freiburg mit 1,6 Prozent. Die niedrigsten Lebenshaltungskosten ohne Wohnkosten zahlen Bewohner des Landkreises Leer. Diese liegen 1,7 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt, gefolgt von Ostprignitz-Ruppin und Nordhausen mit je 1,6 Prozent.

Das die Unterschiede bei Konsumgütern deutlich geringer sind, erklärt das IW damit, dass die Lebensmittelpreise in Discountern und Modeketten bundesweit gleich sind. Bestellungen im Internet werden in diesem Zusammenhang auch als Beispiel genannt. Neben den Kosten, die im gesamten Bundesgebiet recht einheitlich sind, gibt es Preise, die stark variieren können. Dazu zählen persönliche Dienstleistungen, Obst und Blumen aus kleinen Lebensmittelgeschäften und Preise in der Gastronomie.

Beide Institute haben mehr als drei Jahre an der Entwicklung des Preisindex gearbeitet und dabei teilweise automatische Datenabfragen im Internet genutzt. Basis der Berechnung sind rund 24 Millionen Daten, die teils automatisch eingelesen werden. Die Preisdatenberechnung für die Waren und Dienstleistungen der 400 Kreise, Landkreise und kreisfreien Städte ist sehr aufwendig.

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