Die ostdeutschen Bundesländer schneiden im Bitkom-Länderindex 2026 im bundesweiten Vergleich insgesamt schwach ab, doch die gute Bildung macht Hoffnung. Das geht aus dem in Berlin vorgestellten Ranking des Digitalverbands Bitkom hervor, für das alle 16 Bundesländer anhand von 30 Indikatoren in vier Kategorien untersucht wurden.
Auf den hinteren Plätzen finden sich Brandenburg (Rang 12 mit 53,6 von 100 möglichen Punkten), Sachsen-Anhalt (Rang 14 mit 52,4 Punkten) sowie Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern wieder, die sich mit jeweils 51,1 Punkten den letzten Platz teilen. Auch Sachsen liegt mit Rang elf (55,6 Punkte) im hinteren Drittel.
Wenig Digitalisierung in der ostdeutschen Wirtschaft
Maßgeblich für das schlechte Gesamtabschneiden ist nach den Daten des Bitkom die Kategorie Digitale Wirtschaft. Mecklenburg-Vorpommern erreicht hier nur 30 von 100 Punkten, Thüringen 29 Punkte und Sachsen-Anhalt 37 Punkte. Auch Sachsen (40 Punkte) und Brandenburg (45 Punkte) liegen deutlich unter den Werten westdeutscher Länder und der Stadtstaaten. Zum Vergleich: Spitzenreiter Hamburg kommt in dieser Kategorie auf 72 Punkte, Berlin auf 68.
In der Kategorie Digitale Wirtschaft werden unter anderem die Relevanz der Informations- und Kommunikationstechnik-Branche im jeweiligen Bundesland sowie die Bedeutung von Informatik als Studien- und Ausbildungsfach bewertet. Hinzu kommen die Zahl der Startup-Gründungen, das öffentliche Vergabewesen und die Anzahl von Forschungseinrichtungen in Schlüsseltechnologien.
„Wir haben keine Zeit mehr“ – Digitalisierung an Berliner Schulen stagniert
Exklusiv: So viel verdienen Ostdeutsche im Jahr weniger als im Westen
Digitale Bildung als Basis für Fortschritte im Osten
Ein anderes Bild zeigt sich in der Kategorie Digitale Gesellschaft. Dort liegen Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen bundesweit sogar auf einem geteilten ersten Platz mit jeweils 73 Punkten, auch Thüringen ist mit 69 Punkten oben dabei. Ausschlaggebend ist laut Bitkom vor allem die digitale Bildung: In Mecklenburg-Vorpommern gibt es beispielsweise an allen Schulformen sechs Pflichtstunden Informatik, in Sachsen unterrichten neun Prozent der Lehrkräfte das Fach. Im Bundesdurchschnitt seien es nur drei Prozent.
„Der Osten legt mit seinen Aktivitäten zur digitalen Bildung die Grundlagen für eine künftig stärkere digitale Wirtschaft in der Region“, sagte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst.
An der Spitze des Gesamtrankings zur Digitalisierung steht erneut Hamburg mit 70,3 Punkten, gefolgt von Berlin (63,8 Punkte) und Hessen (63,7 Punkte). Berlin überzeugt nach Angaben des Verbands vor allem mit seiner digitalen Wirtschaft. Ausschlaggebend seien die hohe Zahl an Startup-Neugründungen und die starke Präsenz von IT-Unternehmen in der Hauptstadt. Den größten Sprung im Ranking macht das Saarland, das von Platz zwölf auf Platz sechs vorrückt.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de