Armut

Studie: Reiche Länder ziehen sich aus Entwicklungshilfe zurück

Die reichsten Länder der Welt haben laut einer Studie ihre globalen Entwicklungsbemühungen zurückgefahren. Wie schneidet Deutschland ab?

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Ein syrisches Kind wird im Ibn-Sina-Krankenhaus aufgrund von Unterernährung medizinisch behandelt.

Ein syrisches Kind wird im Ibn-Sina-Krankenhaus aufgrund von Unterernährung medizinisch behandelt.

© dpa

Zwei Dutzend der reichsten Länder der Welt haben ihre globalen Entwicklungsbemühungen zurückgefahren. Das zeigt eine Studie des Commitment to Development Index, der 38 große Volkswirtschaften anhand von über 100 Datenpunkten vergleicht und danach beurteilt, wie sich ihre Politik auf ärmere Länder in verschiedenen Bereichen auswirkt - darunter Entwicklungsfinanzierung, Umwelt, Migration und Handel.

Demnach stellen die meisten Länder, mit einigen Ausnahmen wie Luxemburg, weniger Geld für Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung als 2023. Außerdem leiten weniger Länder ihre Mittel über multilaterale Organisationen (also internationale Institutionen wie Weltbank oder UN) weiter, und die Hilfe wird laut Studie zunehmend nicht mehr an die ärmsten Länder vergeben.

Wie schneidet Deutschland ab?

An der Spitze der Liste, die einem Reuters-Bericht zufolge alle zwei Jahre von der in Washington ansässigen Denkfabrik Center for Global Development (CGD) zusammengestellt und veröffentlicht wird, stehen weiterhin Schweden, Deutschland, Finnland und Norwegen.

Deutschland stellte laut Index im Jahr 0,48 Prozent seines Bruttonationaleinkommens (BNE) für internationale Entwicklung bereit. Das BNE beschreibt alles Geld, das die Menschen und Firmen eines Landes in einem Jahr verdienen - egal ob im Inland oder im Ausland. Wegen Budgetkürzungen verfehlte Deutschland jedoch erstmals seit 2020 das UN-Ziel, 0,7 Prozent des BNE für öffentliche Entwicklungshilfe bereitzustellen.

Unter anderem für Großbritannien, das Platz fünf belegte, und die USA, die sich auf Rang 28 befinden, wird Reuters zufolge wegen angekündigter Kürzungen von Hilfsleistungen erwartet, dass sie in zukünftigen Rankings weiter absinken. „Die Veränderungen, die die Trump-Regierung vornimmt, sind sehr bedeutend“, sagte Ian Mitchell, ein leitender Politikwissenschaftler beim CGD.

US-Präsident Trump hatte den US-Etat für Entwicklungshilfe drastisch gekürzt und USAID, die Behörde der USA für Entwicklungszusammenarbeit, im Juli geschlossen. Außerdem haben viele Industrieländer ihre Entwicklungshilfe laut Reuters zugunsten höherer Verteidigungsausgaben reduziert.

Es gebe jedoch auch einige Lichtblicke im Index, so Mitchell. Demnach hätten der Studie zufolge drei Viertel der Länder ihre Emissionen zwischen 2019 und 2023 reduziert, obwohl ein Anstieg in China das Gesamtniveau erhöhte.

Zudem nahmen mehr Länder Migranten und Flüchtlinge auf. „Während sich einige Bereiche wie Migration oder Umweltschutz verbessert haben, ist der Trend insgesamt rückwärtsgerichtet, da Waffenexporte, Handelshemmnisse und Subventionen für fossile Brennstoffe allesamt zunehmen“, erklärte CGD.

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