Kritische Infrastruktur

Studie warnt: EU-Pläne gegen chinesische Technik könnten Mitgliedstaaten Milliarden kosten

Die Brüsseler Cybersicherheitspläne zum Austausch von Geräten chinesischer Anbieter wären mit enormen Kosten verbunden. Der größte Posten entfiele auf Deutschland.

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Der chinesische Huawei-Konzern wäre von den EU-Plänen betroffen.

Der chinesische Huawei-Konzern wäre von den EU-Plänen betroffen.

© China News Service/imago

Das geplante Vorgehen der Europäischen Union gegen chinesische Anbieter in kritischen Sektoren könnte die Mitgliedstaaten zwischen 2026 und 2030 367,8 Milliarden Euro kosten. Das geht aus einer Studie der Beratungsgesellschaft KPMG im Auftrag der Chinesischen Handelskammer bei der EU (CCCEU), einem Brüsseler Interessenverband chinesischer Unternehmen in Europa, hervor, über die Reuters am Mittwoch berichtete.

18 Bereiche betroffen

Die Europäische Kommission hat im Januar eine Reform des EU-Cybersicherheitsgesetzes vorgeschlagen. Bauteile und Geräte von Anbietern, die als Hochrisikoanbieter eingestuft werden, sollen in 18 kritischen Bereichen schrittweise ersetzt werden. Dazu zählen Energie, Verkehr, Gesundheit, Banken, digitale Netze und die Raumfahrt. Betroffen wäre laut Reuters auch der chinesische Telekommunikationskonzern Huawei.

Den größten Einzelposten macht laut Studie der Austausch von Hardware mit 146,2 Milliarden Euro aus. Hinzu kommen Kosten durch umgelenkte Ressourcen, Dienstausfälle, Personalmaßnahmen und Rechtsstreitigkeiten. Die jährlichen Verluste sollen demnach 2026 bei 39,1 Milliarden Euro liegen und 2028 mit 93 Milliarden Euro ihren Höchststand erreichen.

Deutschland am stärksten betroffen

Sechs Mitgliedstaaten wären laut Reuters bis 2030 mit jeweils mehr als zehn Milliarden Euro belastet: Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Polen und die Niederlande. Auf Deutschland entfielen 170,8 Milliarden Euro. Am stärksten betroffen wären Energie und Telekommunikation.

CCCEU-Vorsitzender Liu Jiandong sagte laut der Hongkonger Zeitung South China Morning Post, kleine und mittlere Unternehmen sowie Verbraucher würden die Kosten besonders zu spüren bekommen. Peking forderte zuletzt, im Entwurf keine Staaten als Cybersicherheitsrisiko und keine Anbieter als „hochriskant“ einzustufen. Zugleich drohte China laut Reuters mit Gegenmaßnahmen, falls keine wesentlichen Änderungen erfolgen.

Das Gesetzgebungsverfahren im Rat und im Europäischen Parlament steht laut Reuters noch am Anfang. Änderungen sind wahrscheinlich.

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