Fachkräfte-Zuwanderung

Studie zeigt: Immer mehr Hochqualifizierte entscheiden sich für Deutschland

Allein im vergangenen Jahr wurden rund 205.000 Aufenthaltserlaubnisse erteilt. Die meisten Arbeitskräfte kommen aus Indien, Vietnam und der Türkei.

3 Min
765.000 Arbeitsmigranten aus Nicht-EU-Staaten sind seit 2020 nach Deutschland gekommen.

765.000 Arbeitsmigranten aus Nicht-EU-Staaten sind seit 2020 nach Deutschland gekommen.

© Friso Gentsch/dpa

Seit 2020 haben rund 765.000 Menschen aus Nicht-EU-Ländern eine Aufenthaltserlaubnis im Zusammenhang mit Arbeits- und Fachkräftezuwanderung in Deutschland erhalten. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage des AfD-Abgeordneten René Springer hervor.

Die Zahl der jährlich erteilten Aufenthaltserlaubnisse für Fachkräfte stieg den Angaben zufolge an. 2025 waren es rund 205.000, im Jahr davor etwa 157.000 und 2023 rund 133.000. Als Fachkraft können etwa Menschen mit Berufsausbildung, Hochschulausbildung oder im Rahmen von Forschung nach Deutschland kommen. Auch für die aktive Jobsuche oder die Aufnahme einer Berufsausbildung gibt es unter bestimmten Voraussetzungen Aufenthaltsgenehmigungen. Die Regeln waren in den vergangenen Jahren erleichtert worden.

Indien an der Spitze der Herkunftsländer

Zum 30. April dieses Jahres hielten sich rund 605.000 Personen mit einem entsprechenden Aufenthaltstitel in Deutschland auf. Die zehn am häufigsten vertretenen Staatsangehörigkeiten sind Indien mit 91.000 Personen vor Vietnam und der Türkei mit jeweils rund 35.000 sowie China mit 31.400. Dahinter liegen Russland, Marokko und der Iran mit jeweils rund 23.000 vor Bosnien-Herzegowina, dem Kosovo und der Ukraine mit jeweils rund 19.000.

Springer kritisierte, der Fachkräftemangel müsse im eigenen Land bekämpft werden. Er nannte es absurd, hunderttausendfach Arbeitskräfte aus dem Ausland anzuwerben, während hierzulande Millionen erwerbsfähige Leistungsberechtigte Grundsicherungsleistungen bezögen.

Mehr Hochqualifizierte unter den Zuwanderern

Die Zahl der neuen Zuwanderer mit Hochschulabschluss ist in Deutschland laut einer Studie im vergangenen Jahrzehnt deutlich gestiegen. „Während vor 2015 im Schnitt rund 73.000 hoch qualifizierte Personen pro Jahr nach Deutschland kamen, waren es danach etwa 133.000 jährlich“, teilte das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden mit. Zwischen 2005 und 2023 habe nahezu jede dritte zugewanderte Person über einen Hochschulabschluss verfügt, insgesamt rund 1,9 Millionen Menschen.

Studienmitautor Nils Witte erklärte: „Zuwanderung ist neben einer stärkeren Arbeitsmarkteinbindung von Frauen, einer Erhöhung der Lebensarbeitszeit und der besseren Ausbildung der Wohnbevölkerung eine der am meisten diskutierten Handlungsoptionen, um dem demografisch bedingten Fachkräftemangel zu begegnen.“

Der Anteil Hochqualifizierter unter den Neuzugewanderten verringerte sich nach 2015 im Vergleich zu den Vorjahren seit 2005 leicht von 33 auf 30 Prozent. Zugleich stieg der Anteil geringqualifizierter Einwanderer mit maximal einem der Hauptschule vergleichbaren Abschluss von 18 auf 23 Prozent. Die Studie berücksichtigt Aussagen von 25- bis 64-Jährigen, die außerhalb Deutschlands geboren wurden und im Jahr vor ihrer Befragung hierhergezogen sind. (mit dpa)

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de

Lesen Sie mehr zum Thema