Wetterdaten

Klimastudie: An immer mehr Messstationen weltweit sind lange Hitzeperioden Normalität

Betroffen sind vor allem subtropische Regionen zwischen den Tropen und den gemäßigten Breiten. Beschäftigte im Freien und Menschen mit Vorerkrankungen sind stärker gefährdet.

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Besucher schützen sich auf dem Gelände des Meiji-Schreins in Tokio mit Sonnenschirmen vor der Hitze.

Besucher schützen sich auf dem Gelände des Meiji-Schreins in Tokio mit Sonnenschirmen vor der Hitze.

© David Mareuil/imago

An 215 von weltweit 4026 untersuchten Wetterstationen hat sich das Klima in den vergangenen 30 Jahren so verändert, dass dort in der letzten untersuchten Dekade im Mittel mindestens 90 potenziell gefährliche Hitzetage registriert wurden. Das geht aus einer am Donnerstag in der Fachzeitschrift Climatic Change veröffentlichten Analyse hervor.

Die meisten Standorte, an denen die Hitze von einem gelegentlichen zu einer Dauerbelastung geworden ist, liegen demnach in den Subtropen, den warmen Klimazonen zwischen den Tropen und den gemäßigten Breiten.

Die Autoren werteten für den Zeitraum 1993 bis 2023 Messdaten des britischen Wetterdienstes Met Office aus. Berücksichtigt wurden nur Stationen, an denen für mindestens 90 Prozent aller Tage Werte vorliegen.

Um die Belastung möglichst umfassend zu erfassen, kombinierten die Forscher drei Kennzahlen: die reine Lufttemperatur, den Hitzeindex, der zusätzlich die Luftfeuchtigkeit einbezieht, sowie die Feuchtkugeltemperatur, die abbildet, wie stark der Körper sich noch durch Schwitzen abkühlen kann.

Unterschied zu klassischen Hitzewellen

Die Studie unterscheidet ausdrücklich zwischen akuten Hitzewellen und chronischer Hitze. Als Hitzewelle gelten nach der Definition der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) mindestens fünf aufeinanderfolgende Tage mit deutlich überdurchschnittlichen Höchsttemperaturen.

Chronische Hitze bezeichnet demgegenüber die saisonale Häufung von Tagen, an denen tagsüber gesundheitlich riskante Werte erreicht werden, ohne dass es sich um ein kurzes Extremereignis handelt. Die Studie nutzt dafür feste Schwellenwerte, wie sie unter anderem der US-Wetterdienst für Hitzewarnungen und das US-Militär zur Regelung von Arbeits- und Ruhezeiten nutzen.

Regionale Verschiebungen und Grenzen der Daten

Die WMO verweist in einer Einordnung darauf, dass in tropischen und subtropischen Regionen über mindestens drei Monate im Jahr hinweg ein Hitzeindex von mehr als 32,2 Grad Celsius erreicht werden kann, auch wenn klassische Hitzewellen dort selten auftreten.

Besonders gefährdet seien vor allem Menschen in einfachen Wohnverhältnissen, mit geringem Einkommen, mit Vorerkrankungen sowie Beschäftigte im Freien. Die Organisation empfiehlt langfristige Anpassungsstrategien, etwa dauerhafte Hitzeaktionspläne, eine Zusammenarbeit über einzelne Fachbereiche hinweg sowie mehr Schatten und Grünflächen in Städten.

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