Kraftstoff

Studie: Zwölf-Uhr-Tankregel bringt Mineralölkonzernen zusätzliche Gewinne

Wenige Tage vor dem Tankrabatt klettern die Benzinpreise weiter nach oben. Die Gewinnmargen sind seit der neuen Regel um rund sechs Cent pro Liter gestiegen.

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Die Benzinpreise sind nach der neuen Tankregel um sechs Cent gestiegen.

Die Benzinpreise sind nach der neuen Tankregel um sechs Cent gestiegen.

© Bruna Prado/AP

Die Mineralölkonzerne in Deutschland haben seit Einführung der sogenannten Zwölf-Uhr-Tankregel höhere Gewinne eingefahren. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Untersuchung des Leibniz Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie (Dice) hervor. Demnach sind die Gewinnmargen für E5- und E10-Benzin um rund sechs Cent pro Liter gestiegen. Der Effekt auf die Dieselpreise bleibe dagegen „zumindest kurzfristig uneindeutig“.

Spritpreise steigen vor Tankrabatt erneut

Parallel dazu haben die Spritpreise an den deutschen Tankstellen über das Wochenende weiter angezogen. Im Tagesdurchschnitt kostete ein Liter Diesel am Sonntag 2,195 Euro und damit 2,2 Cent mehr als am Freitag und 4,5 Cent mehr als am Donnerstag, wie eine Auswertung des ADAC ergab. Der Preis für E10 stieg von Freitag auf Sonntag um einen Cent auf 2,099 Euro pro Liter. Seit Donnerstag verteuerte sich der Liter E10 demnach um 2,5 Cent. Zuvor waren die Preise rund zwei Wochen lang tendenziell gefallen.

Ab dem 1. Mai gilt die als Tankrabatt bekannte Senkung der Mineralölsteuer um 17 Cent, die Bundesrat und Bundestag am Freitag beschlossen hatten. Der ADAC rechnet damit, dass die Preise erst nach und nach sinken werden.

Kleine Anbieter heben Margen stärker an

Vor allem kleinere Ketten und unabhängige Anbieter hätten ihre Margen stärker angehoben als große Tankstellenketten, heißt es in der ZEW-Dice-Studie. Innerhalb Deutschlands schwanke der Effekt „erheblich“ – in Süddeutschland seien die Margen besonders stark gestiegen. Größere Unternehmen erhöhten ihre Margen weniger stark, „da sie als marktbeherrschende Akteure eher kartellrechtliche Prüfungen fürchten müssen“, erklärte Dice-Direktor Justus Haucap.

Für die Untersuchung wurden Daten von rund 15.000 Tankstellen jeweils zwei Wochen vor und nach Inkrafttreten der Regelung ausgewertet. Studienautorin Leona Jung erklärte: „Das Maßnahmenpaket hat bisher nicht dazu geführt, das Preisniveau zu senken. Insbesondere bei Benzin stiegen die Gewinnmargen erheblich.“ Ko-Autor Leonard Gregor ergänzte, günstige Zeitfenster seien durch die neue Regel zwar klarer erkennbar. Andererseits müssten höhere Preise zwischen Mittag und Abend in Kauf genommen werden.

Seit dem 1. April dürfen Tankstellen in Deutschland ihre Preise nur noch einmal täglich erhöhen, und zwar um zwölf Uhr mittags. Senkungen sind weiterhin jederzeit möglich. So sollen kurzfristige Preissprünge an den Zapfsäulen seltener werden. Die Bundesregierung hatte erklärt, sie wolle den Verbrauchern damit wieder mehr Vertrauen in die Preise an den Zapfsäulen geben und den Wettbewerb stärken. An der Lage an den globalen Energiemärkten ändere die Regelung aber nichts.

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