Der heftige Sturm „Xavier“ hat in Berlin-Tegel eine Frau getötet. Ein Baum stürzte nach Angaben der Feuerwehr am Donnerstagnachmittag in der Straße Schwarzer Weg in der Nähe des Tegeler Sees auf ein Auto, in dem die Frau saß. Zwei weitere Frauen, die sich ebenfalls in dem Fahrzeug befanden, wurden verletzt, eine davon schwer.
Weitere Unfälle mit fünf verletzten Menschen gab es in Köpenick und in Plänterwald in Treptow. Auch dort kippten Bäume auf Autos. In Brandenburg starben mindestens vier Menschen.
Mit Orkanböen fegte der Sturm über die Hauptstadt und sorgte zum Beginn des Feierabendverkehrs für einen Ausnahmezustand. Für mehrere Stunden brachen große Teile des öffentlichen Nahverkehrs und des Straßenverkehrs zusammen. Nichts ging mehr in vielen Teilen der Stadt. Zehntausende hingen auf Bahnhöfen fest. Die U-Bahnen, die fuhren, waren hoffnungslos überfüllt.
Nach 19 Uhr kam der Bus- und Straßenbahnverkehr langsam wieder in Gang. Auch die Linien U2, U5 und U6 fuhren wieder planmäßig. Bei der S-Bahn wurden einzelne Strecken wieder befahren. Auch die Buslinien zu den Flughäfen Schönefeld und Tegel verkehrten wieder. Fahrgäste sollten sich jedoch laut BVG darauf einstellen, dass es auch am Freitagmorgen auf einzelnen Linien noch zu Verspätungen kommt.
Sturm Xavier verwüstet Berlin
Ein umgestürzter Baum am Bahnhof Bülowstraße.
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In der Buschkrugallee ist ein Baum auf ein Wohnhaus gestürzt.
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In der Glogauer Straße in Kreuzberg lehnt sich ein Baum an einer Hauswand an.
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Am Landwehrkanal ist ein Baum umgeknickt.
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Kein Strom in Baumschulenweg: Ein Strommast im Ligusterweg ist umgefallen.
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Ein umgestürzter Baum liegt in Wilmersdorf in der Gieselerstraße auf dem Dach eines PKW.
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Auch auf dem Kudamm muss die Feuerwehr umgestürzte Bäume von der Fahrbahn räumen.
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Ein Baum liegt auf den Gleisen der Berliner S-Bahn nahe dem Mexikoplatz.
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In Pankow an der Kreuzung Heegenmühler Weg/ Marthastraße stürzte in den Abendstunden ein großer Baum um.
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In Plänterwald stürzt ein Baum auf ein Auto. Beide Insassen können lebend gerettet werden. Eine Person musste schwer verletzt ins Krankenhaus.
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Ein Baum blockiert den Fußweg auf der Wilhelmstraße in Kreuzberg.
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Dichtes Gedränge am U-Bahnhof Alexanderplatz.
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Ein Baum stürzt auf Autos vor dem Wisag-Stützpunkt in Neukölln.
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Vor dem Hauptbahnhof wurde eine Ausstellung zerstört.
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Versperrten Straßen in Buch.
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Ein umgestürzter Baum und Mülltonnen in Tempelhof.
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Sonnenuntergang in Berlin: Der Sturm Xavier ist durchgezogen. Das Aufräumen wird noch eine ganze Weile dauern.
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Ein Baum stürzt auf den Eingang zur U-Bahn in der Güntzelstraße.
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Ein Gerüst stürzt auf die Gleise der S-Bahn an der Wollankstraße in Berlin.
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Ein Schornstein in der Straße "Am Treptower Park" ist umgestürzt und droht durchs Dach zu brechen.
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Im Hauptbahnhof reihen sich Menschen in Schlangen vor den Infoschaltern.
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Der Zugverkehr ist eingestellt.
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Am Berliner Hauptbahnhof war die Lage am Abend chaotisch. Rund 200 Menschen standen im Eingangsbereich herum, viele waren auf der Suche nach einer Unterkunft für die Nacht. Manche berichteten, es sei schwierig, noch ein Hotel zu finden. Die Bahn stellte einen Schlafwagen bereit, der schnell voll gewesen sei, sagte ein Bahnmitarbeiter. Auf den Anzeigetafeln war von Zugausfällen zu lesen, teilweise auch von Verspätungen, es fuhr aber gar nichts mehr. Menschen berichteten, dass Taxi-Gutscheine verteilt worden seien.
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) zeigte sich am Abend betroffen über das Schadensausmaß. „Mit Bestürzung haben wir von den tödlichen Unfällen in Berlin und in unserem Nachbarland Brandenburg durch das Sturmtief Xavier erfahren“, erklärte Müller. Den Angehörigen und Freunden der Opfer gelte das tiefe Mitgefühl.
Alle Regional- und Fernzüge gestoppt
Von 16 Uhr an waren nach und nach weite Teile des Verkehrs eingestellt worden. Die Deutsche Bahn stoppte alle Regional- und Fernzüge in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, später auch in weiteren Regionen. Wann Strecken wieder freigegeben werden könnten, blieb zunächst unklar.
Die Feuerwehr rief zudem den Ausnahmezustand aus und arbeitete zwischen 16 Uhr und 21 Uhr etwa 1250 Einsätze ab. Helfer der freiwilligen Feuerwehren wurden zur Unterstützung angefordert.
Die S-Bahn unterbrach vorübergehend komplett ihren Verkehr in der Hauptstadt. Ursache waren meist Bäume auf den Gleise oder in den Oberleitungen. Auch BVG-Busse und Straßenbahnen standen still. Ein Busfahrer sagte auf der Linie M29 durch: „Liebe Fahrgäste, ich fahr seit dreißig Jahren Linienbus, aber das habe ich noch nicht erlebt: der Busverkehr wird eingestellt, bitte steigen Sie alle aus.“
Ein Sprecher der BVG sagte, auch am Freitagmorgen sei noch mit Störungen zu rechnen. Jede einzelne Strecke müsse überprüft werden. Wann sie befahr seien, hänge vom Umfang der Aufräumarbeiten ab.
Passagiere mussten in gelandeten Flugzeugen warten
Viele Menschen versuchten es mit den U-Bahnen. Im Internet kursierten Fotos von völlig überfüllten Bahnhöfen. „Proppevoll“ seien die Züge, sagte ein Sprecher. Aber auch hier kam es zu Problemen in oberirdischen Teilen. Die U2 im Westen, die U5 im Osten und die U6 im Norden waren zwischendurch unterbrochen. Die U1 fuhr dagegen durchgehend oberirdisch weiter. Am Abend fuhren alle Linien wieder.
Auf den Flughäfen gab es zeitweise nur eingeschränkten Betrieb, weil die Abfertigung eingestellt wurde. Passagiere mussten in gelandeten Flugzeugen warten. Zum Abflug vorgesehene Maschinen konnten sowohl in Tegel als auch in Schönefeld nicht mehr beladen werden. Es gab zahlreiche Verspätungen und einige Umleitungen. Viele Passagiere kamen wegen fehlender Bahnen und Busse von den Flughäfen nicht weg.
Die Stadtautobahn A 100 wurde an der Auffahrt Spandauer Damm wegen eines umgestürzten Baumes teilweise gesperrt. Auch auf anderen Straßen, wie dem Ku'damm, fielen Bäume um. Auf der Rudolf-Wissell-Brücke in Charlottenburg wurde ein Transporter von einer Sturmböe erfasst und umgekippt. Die heftigen Sturmböen warfen in der Innenstadt auch geparkte Motorräder und Fahrräder um und schleuderten Blumenkästen von den Balkonen.
Schulen schlossen früher
Wegen des Unwetters blieb auch die Internationale Gartenausstellung (IGA) in Marzahn geschlossen. Auch Zoo und Tierpark blieben am Nachmittag zu. „Elefanten, Zebras und Giraffen (...) ziehen sich sicherheitshalber in ihre Stallungen zurück“, hieß es. Am Freitag bleiben Zoo und Tierpark aufgrund von Sturmschäden und damit verbundenen Aufräumarbeiten geschlossen.
Der Funkturm auf dem Messegelände in Charlottenburg war nicht mehr zugänglich. „Bei starkem Wind kann der Turm bis zu 40 Zentimeter in alle Richtungen schwanken“, sagte ein Sprecher.
Einige Schulen schlossen früher. Die Bildungsverwaltung hatte mit einem Rundschreiben darauf hingewiesen, dass jede Schule selber über eine Schließung entscheiden müsse. (Andreas Rabenstein und Anna Bückmann)
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