Tief "Egon"

Sturm erreicht Berlin und Brandenburg

Vor allem im Norden Brandenburgs wird mit Neuschnee gerechnet.

BLZ
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Schneereste tauen am Donnerstag, dem 12. Januar 2017, vor dem Abgeordnetenhaus in Berlin.

Schneereste tauen am Donnerstag, dem 12. Januar 2017, vor dem Abgeordnetenhaus in Berlin.

© dpa

Mit Schneeregen und ersten Windböen hat das Sturmtief „Egon“ am frühen Freitagmorgen Berlin und Brandenburg erreicht. Bis zum späteren Abend erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) Neuschneemengen von bis zu 7 cm, vor allem im Norden Brandenburgs. Dabei müsse mit Wind- oder Sturmböen mit Geschwindigkeiten bis zu 60 Stundenkilometern gerechnet werden.

In Brandenburg kam es vermutlich wegen der Schneeglätte am Freitagmorgen bereits zu einem Unfall mit einem Lkw. Auf der Autobahn 19 Berlin-Rostock bei Wittstock ist ein mit Stahl beladener Sattelzug-Lkw verunglückt. Wie ein Sprecher der Polizei in Neuruppin erklärte, wird der Verkehr nach Berlin dadurch behindert. Der Fahrer sei vermutlich auch wegen der Schneeglätte nach rechts gerutscht und mit der Zugmaschine im Graben gelandet. Der Auflieger blockiere die rechte und die Standspur, ein Teil der Ladung sei heruntergefallen. Beim Fahrer, der unverletzt blieb, sei Atemalkohol von etwa 0,7 Promille gemessen worden. Zur Bergung müsse die A19 nach Süden im Laufe des Tages voll gesperrt werden.

In Berlin registrierte die Polizei bis zum Freitagmorgen keine besonderen Probleme im Straßenverkehr. „Zwischen 3.00 und 4.00 Uhr ereignete sich gerade mal ein Unfall in Berlin“, so eine Sprecherin.

Haushalte ohne Strom und umgestürzte Bäume

Dabei bleiben Berlin und Brandenburg von "Egon" vergleichsweise verschont. Das Sturmtief „Egon“ hat in Deutschland den Berufsverkehr heftig durcheinander gewirbelt. Autos rutschten auf den Straßen, Schulbusse blieben im Schnee stecken. Im Raum Oberfranken waren zwischenzeitlich rund 6600 Haushalte ohne Strom. Es gab zahlreiche Unfälle, ein Autofahrer starb auf der A7 bei Handewitt in Schleswig-Holstein. Ursache für den Unfall war vermutlich Glätte, wie eine Polizeisprecherin am Freitagmorgen sagte.

Sturmtief zieht über Deutschland

Am Freitag, dem 13. Januar 2017, zieht das Sturmtief "Egon" über Deutschland. In der Nähe von Blankenheim (Nordrhein-Westfalen) wird der Verkehrsfluss wegen starken Schneefällen gestört.

Am Freitag, dem 13. Januar 2017, zieht das Sturmtief "Egon" über Deutschland. In der Nähe von Blankenheim (Nordrhein-Westfalen) wird der Verkehrsfluss wegen starken Schneefällen gestört.

© dpa

In Wiesbaden (Hessen) stürzt ein Baum durch den Sturm um und landet auf einem Auto.

In Wiesbaden (Hessen) stürzt ein Baum durch den Sturm um und landet auf einem Auto.

© dpa

Ein Kleintransporter kommt auf der Bundesstraße bei Mengeringhausen (Hessen) auf der Leitplanke zum Stehen.

Ein Kleintransporter kommt auf der Bundesstraße bei Mengeringhausen (Hessen) auf der Leitplanke zum Stehen.

© dpa

"Egon" richtete in Nordhessen keine größeren Schäden an.

"Egon" richtete in Nordhessen keine größeren Schäden an.

© dpa

Das Tief bringt auch Schnee nach Hamburg.

Das Tief bringt auch Schnee nach Hamburg.

© dpa

Ein Mann schippt in Braunlage im Oberharz Schnee.

Ein Mann schippt in Braunlage im Oberharz Schnee.

© dpa

Auch in Ilmenau in Thüringen hat der Winterdienst jede Menge zu tun.

Auch in Ilmenau in Thüringen hat der Winterdienst jede Menge zu tun.

© dpa

Schneetreiben auf einer Bundesstraße bei Oelshausen in Hessen.

Schneetreiben auf einer Bundesstraße bei Oelshausen in Hessen.

© dpa

In Alsfeld (Hessen) wird ein umgestürtzter Baum von der Feuerwehr zersägt und von der Straße entfernt.

In Alsfeld (Hessen) wird ein umgestürtzter Baum von der Feuerwehr zersägt und von der Straße entfernt.

© dpa

Auch Fahrräder blieben von dem Sturm nicht verschont.

Auch Fahrräder blieben von dem Sturm nicht verschont.

© dpa

Schlechte Sichbedingungen beim Autofahren sorgten für Unfälle.

Schlechte Sichbedingungen beim Autofahren sorgten für Unfälle.

© dpa

Besonders im Thüringer Wald und in Bayern waren Straßen nach dem Sturm wegen umgestürzter Bäume oder liegen gebliebener Lastwagen gesperrt. Nach Angaben mehrerer Landratsämter in Thüringen blieben Schulbusse in Schneewehen stecken oder konnten Schüler wegen Unfällen auf Straßen nicht zum Unterricht bringen. „Die Situation ist chaotisch“, sagte ein Sprecher des Kreises Schmalkalden-Meiningen in Thüringen. Auch in Bayern erreichten einige Schulbus nicht ihr Ziel. Bei Kirchenthumbach wurde ein Schulbus von einer Windböe erfasst und landete in einem Straßengraben. Fünf Kinder sowie der Busfahrer blieben aber unverletzt.

Flüge annuliert

In Sauerland und Eifel bereitete der Schneefall den Lastwagenfahrern erhebliche Probleme. Auf der Autobahn 45 sollten Lastzüge mit mehr als 7,5 Tonnen Gewicht den nächstgelegen Parkplatz ansteuern, empfahl die Autobahnpolizei in Nordrhein-Westfalen. Zwischen Lüdenscheid und Freudenberg bei Siegen liege eine geschlossene Schneedecke auf der Fahrbahn. Die Auffahrten seien für Lastwagen nicht mehr passierbar.
Auch in Teilen Niedersachsens legte Sturmtief „Egon“ am Freitagmorgen den Verkehr lahm gelegt. Im Emsland stellten sich Laster quer und Autos rutschten in Gräben. Betroffen war auch der Bahnverkehr. Die Strecke zwischen Hannover und Bremen musste wegen Unwetterschäden gesperrt werden, wie die Bahn mitteilte. Auch in anderen Bundesländern waren Gleise zwischenzeitlich gesperrt, es kam zu Verspätungen. Die Bahn drosselte die Höchstgeschwindigkeit der ICE zudem bis auf weiteres auf Tempo 200.

Am Frankfurter Flughafen wurden 125 Flüge wegen des starken Sturmes annulliert. Am Vormittag entspannte sich die Lage, der Betreiber Fraport rechnete aber weiter mit Verspätungen. Auch am Flughafen Hahn kam es zu Verspätungen. In Leipzig/Halle und Dresden wurden einzelne Flüge gestrichen.

In Nordfrankreich beschädigte ein vom Sturm umgeworfener Baum einen Stromabnehmer: 180 Fahrgäste eines aus Brüssel kommenden Zuges kamen daher mit rund zwölf Stunden Verspätung in Paris an. (dpa/BLZ)

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