Südkorea will bis 2030 eine eigene unbemannte Mondlandung durchführen. Das kündigte Präsident Lee Jae-myung am Mittwoch bei der Vorstellung eines neuen Technologieprogramms in Seoul an, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Die Initiative mit dem Namen „7 Major SEED“ bündelt sieben staatliche Vorhaben, mit denen das Land neue wirtschaftliche Standbeine neben Halbleitern und künstlicher Intelligenz aufbauen will.
Nach Angaben des Ministeriums für Wissenschaft und Informations- und Kommunikationstechnik umfasst das Programm kleine modulare Kernreaktoren, Fusionsenergie, erneuerbare Energien, Quantentechnologie, Raumfahrt und Luftfahrt, Biotechnologie sowie die Lieferketten für kritische Rohstoffe und Materialien. „Die sieben SEED-Projekte, über die wir heute sprechen, werden zu Wachstumsmotoren der nächsten Generation und zu zentralen strategischen Vermögenswerten des Landes“, sagte Lee laut Reuters.
Sieben Felder, konkrete Zeitmarken
Für das Raumfahrtprogramm nennt die Regierung neben der Mondlandung im Jahr 2030 eine zweite Mondmission für 2032. Bis 2035 soll ein eigenständiges Satellitenkommunikationsnetz im niedrigen Erdorbit aufgebaut werden. Ergänzend plane das Land Techniken für Rechenzentren im Weltraum und eine Beteiligung an kommerziellen Flugzeugprogrammen der nächsten Generation, hieß es in der Reuters-Meldung.
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Bei der Kernenergie soll bis 2035 ein im Inland entwickelter kleiner modularer Reaktor, ein sogenannter SMR, in den kommerziellen Einsatz gehen. In den 2030er Jahren soll zudem der Bau von SMR-Typen beginnen, die nicht mit Leichtwasser gekühlt werden. Für Ende der 2030er Jahre kündigte die Regierung erste Schritte zur Stromerzeugung aus Kernfusion an.
Quantencomputer, Biotechnik und Rohstoffe
In der Quantentechnologie will Südkorea nach Angaben des Wissenschaftsministeriums bis 2029 einen im Inland gefertigten Quantenprozessor mit 100 Qubit und Fehlerkorrektur bereitstellen. Bis 2035 will das ostasiatische Land führender Hersteller von Quantenchips werden.
In der Biotechnologie ist bis 2030 eine KI-gestützte Forschungsinfrastruktur geplant, bis 2035 sollen erste Produkte mit Gehirn-Computer-Schnittstellen auf den Markt kommen.
Für die Absicherung der Rohstoffversorgung kündigte die Regierung an, die Zahl der bevorrateten Rohstoffe von 24 auf 29 zu erhöhen und die Vorräte auf bis zu 365 Tage auszuweiten. Bis 2030 sollen zudem umgerechnet rund 7,1 Milliarden US-Dollar in Technologien für Materialien, Bauteile und Ausrüstung fließen. Ein Rohstofflager in Saemangeum an der südkoreanischen Westküste soll 2028 in Betrieb gehen.
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