Nahost

Südlibanon: Israels Armee meldet Tötung bewaffneter Hisbollah-Kämpfer

Die israelische Armee spricht von einem Einsatz nahe eigenen Stellungen und einem zerstörten Raketenwerfer. Die Hisbollah sieht sich an das Washingtoner Abkommen nicht gebunden.

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Zivilisten gehen durch ein zerstörtes Viertel in Nabatieh im Süden des Libanon.

Zivilisten gehen durch ein zerstörtes Viertel in Nabatieh im Süden des Libanon.

© Marwan Naamani/imago

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben in der Region Nabatieh im Süden des Libanon mehrere mit Panzerabwehrwaffen ausgerüstete Kämpfer der Hisbollah-Miliz getötet. Das teilten die Streitkräfte (IDF) am Sonntag über den Kurznachrichtendienst X mit. In einem getrennten Einsatz sei zudem ein Raketenwerfer der Miliz zerstört worden.

Spezialeinheit identifizierte die Männer

Soldaten der Spezialeinheit Egoz der 36. Division hätten die bewaffneten Männer bereits am Vortag in der Nähe eines Gebiets entdeckt, in dem israelische Truppen im Südlibanon operieren. Die Luftwaffe habe daraufhin das Gebäude angegriffen, in dem sich die Kämpfer aufhielten. Ziel sei gewesen, die Bedrohung für die eigenen Truppen zu beseitigen, hieß es in der Mitteilung.

In einem zweiten Vorgang hätten Soldaten einer spezialisierten Einheit einen Raketenwerfer der Hisbollah zerstört, von dem nach Darstellung der Armee eine Gefahr für die Truppen ausging. Die israelische Armee veröffentlichte Aufnahmen, die nach eigenen Angaben die Angriffe zeigen. Israel beansprucht im Süden des Nachbarlandes eine sogenannte Sicherheitszone.

Abkommen ohne Beteiligung der Hisbollah

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete am Sonntagmorgen über den Vorgang und stützte sich dabei auf die IDF-Angaben. Eine unabhängige Bestätigung der Tötungen sowie eine Stellungnahme aus dem Libanon oder von der Hisbollah lagen zunächst nicht vor.

Am Freitag hatten Israel, der Libanon und die Vereinigten Staaten ein dreiseitiges Abkommen unterzeichnet. Es soll den Weg für ein umfassenderes Friedensabkommen zwischen den beiden Staaten ebnen.

Die mit dem Iran verbündete Hisbollah, die von Deutschland und den USA als Terrororganisation eingestuft wird, und deren militärischer Arm von der EU auf ihrer Terrorliste geführt wird, war an den Gesprächen in Washington nicht beteiligt und wies das Abkommen umgehend zurück.

Der Hisbollah-Abgeordnete Hassan Fadlallah erklärte dem libanesischen Sender Al Mayadeen, die Miliz fühle sich an die Vereinbarung nicht gebunden und werde ihre Waffen nicht niederlegen. Der libanesischen Regierung fehle die verfassungsmäßige Legitimation, ein solches Abkommen durchzusetzen.

Der jüngste Krieg zwischen Israel und der Hisbollah hatte Anfang März begonnen, nachdem die Miliz wenige Tage nach gemeinsamen Angriffen Israels und der USA auf den Iran Raketen auf Israel abgefeuert hatte. Nach Angaben von Reuters wurden seither mehr als 4000 Menschen im Libanon getötet und über eine Million weitere vertrieben. Auf israelischer Seite kamen nach offiziellen Angaben mindestens 32 Soldaten und vier Zivilisten ums Leben.

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