Forscher haben eine neue Mosasaurierart identifiziert. Der Tylosaurus rex war ein riesiges Meeresreptil, das vor rund 80 Millionen Jahren in einem Binnenmeer lebte, das den nordamerikanischen Kontinent damals in zwei Teile trennte. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine im Bulletin des American Museum of Natural History veröffentlichte Studie.
Dabei untersuchten Wissenschaftler dem Bericht zufolge bereits entdeckte Fossilien und ordneten sie einer eigenständigen Art zu. Amelia Zietlow, Hauptautorin der Studie, begann ihre Forschung laut dem Wissenschaftsnachrichtenportal Science Daily, weil ein Fossil in der Sammlung des Museums offenbar fälschlicherweise als eine andere Art, Tylosaurus proriger, identifiziert worden war.
Die Gattung Tylosaurus ist laut Reuters bereits seit dem 19. Jahrhundert bekannt. Zu der Gattung zählen mehrere Arten, darunter Tylosaurus proriger. Der neue Artname Tylosaurus rex, der „König der Tylosaurier“ bedeutet, war laut Reuters eine Anspielung auf Tyrannosaurus rex, der vor rund 66 Millionen Jahren lebte. „Selbst ein unglaubliches Tier, ganz klar“, sagte Zietlow demnach.
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Tylosaurus rex: Länge von bis zu 13 Metern
Nach einem Vergleich mit einem Fossil des Tylosaurus proriger im Museum für Vergleichende Zoologie der Harvard-Universität konnten Forscher laut Science Daily mehr als ein Dutzend Fossilien in verschiedenen Museen der neu identifizierten Art zuordnen. Die meisten Fossilien stammen laut Reuters aus dem Norden und der Mitte von Texas.
Der Tylosaurus rex hatte Reuters zufolge einen stromlinienförmigen Körper, eine längliche Schnauze mit großen Zähnen, vier große, paddelartige Flossen und einen kräftigen Schwanz. Starke Muskeln und gezackte Zähne deuten laut Zietlow darauf hin, dass er „andere große Tiere, wahrscheinlich andere Meeresreptilien und große Fische, jagte und sie zerriss“.
Laut der Studie unterscheidet sich der Tylosaurus rex durch mehrere anatomische Merkmale von der bereits bekannten Art Tylosaurus proriger. Dazu zählen feine Zacken an den Zahnrändern, die ein effizienteres Zerschneiden von Fleisch ermöglichten, eine kräftige Kiefer- und Nackenmuskulatur sowie größere Körpermaße.
Das größte Exemplar mit dem Spitznamen „Bunker“, das an der University of Kansas ausgestellt ist, misst rund 13,2 Meter. Zum Vergleich: Das größte bekannte Tyrannosaurus-rex-Skelett „Sue“ im Field Museum in Chicago ist etwa 12,3 Meter lang. „Der Schädel allein ist so lang, wie ich groß bin – 1,70 Meter“, sagte Zietlow laut der Nachrichtenagentur Reuters.
Mutmaßliche Verletzungen durch Artgenossen
Die Forscher berichten laut Science Daily zudem von Hinweisen auf Gewalt innerhalb der Art. Ein Exemplar mit dem Spitznamen „The Black Knight“ weist eine fehlende Schnauzenspitze und einen gebrochenen Unterkiefer auf. Diese Verletzungen seien wahrscheinlich von einem Artgenossen verursacht worden, hieß es.
Mosasaurier entwickelten sich nach Angaben der Forscher aus landlebenden Echsen und wurden in den letzten rund 30 Millionen Jahren des Dinosaurierzeitalters zu Spitzenprädatoren der Ozeane, wie Reuters berichtet. Zu den nächsten heute lebenden Verwandten zählen möglicherweise Warane wie der Komodowaran.
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