Waffentechnik

Taiwan plant Einsatz bewaffneter Roboter-Hunde auf Inseln im Südchinesischen Meer

Bewaffnet, mit Wärmebildkamera oder als Späher: Taiwan hat drei Modelle von Roboter-Wachhunden präsentiert. Sie könnten bald an Stränden und auf Inseln im Südchinesischen Meer patrouillieren.

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Ein sogenannter Schreitroboter, auch genannt Roboterhund, mit der Bezeichnung „Ghost Vision 60“ des US-amerikanischen Herstellers Ghost Robotics.

Ein sogenannter Schreitroboter, auch genannt Roboterhund, mit der Bezeichnung „Ghost Vision 60“ des US-amerikanischen Herstellers Ghost Robotics.

© Björn Trotzki/imago

Taiwans führendes Rüstungsforschungsinstitut hat drei Varianten vierbeiniger Roboter präsentiert, die künftig zur Überwachung, Aufklärung und Feuerunterstützung eingesetzt werden könnten. Im Gespräch ist auch ein Einsatz auf Taiwans Inseln im umstrittenen Südchinesischen Meer.

Das militäreigene National Chung-Shan Institute of Science and Technology (NCSIST) führte die Prototypen am Dienstag bei einem Medientermin in Taipeh vor, wie etwa das Nachrichtenportal Taiwan News berichtete. Grundlage sei die Plattform „Vision 60“ des US-Herstellers Ghost Robotics, auf der eigene Systeme des Instituts montiert wurden, teilte das NCSIST mit.

Wachhund könnte bei „Unruhen“ eingesetzt werden

Eine Version des „Roboter-Wachhunds“ ist mit LiDAR-Sensoren und Wärmebildkameras für autonome Patrouillen, Hinderniserkennung und dreidimensionale Geländekartierung ausgestattet. Ein zweites Modell verfügt über ein elektrooptisches Aufklärungssystem zur Zielerfassung und Datenübermittlung an ein Führungssystem. Die dritte Variante trägt eine ferngesteuerte Waffenstation und ist nach Angaben des Instituts für Küstenverteidigung, Flugplatzsicherung sowie den Einsatz in Städten und bei Unruhen vorgesehen, berichtete die taiwanische Nachrichtenagentur CNA.

Die Roboter wiegen nach Angaben des Instituts rund 52,4 Kilogramm, kann eine Nutzlast von zehn Kilogramm tragen und bei Temperaturen zwischen minus 40 und plus 55 Grad Celsius eingesetzt werden. Die Einsatzdauer liegt bei acht bis zehn Stunden.

Jen Kuo-kuang, stellvertretender Leiter der Forschungsabteilung für Raketensysteme am NCSIST, sagte, das Militär habe Bedarf an solchem Gerät angemeldet, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Eine formelle Bestellung liege jedoch noch nicht vor. Die Marineinfanterie sehe an Stränden und Küstenlinien einen dringenden Bedarf, auch für Patrouillen der Küstenwache auf den Spratly- und Pratas-Inseln, sagte Jen demnach weiter.

Taiwan kontrolliert im Südchinesischen Meer die Hauptinsel Itu Aba in den Spratlys sowie die strategisch günstig gelegenen Pratas-Inseln, deren Verteidigung in Friedenszeiten der Küstenwache obliegt. Eine zivile Bevölkerung gibt es dort nicht.

Hintergrund: Wachsende chinesische Militärpräsenz

Taiwan modernisiert nach Angaben von Reuters aktuell seine Streitkräfte, um China abzuschrecken. Peking betrachtet Taiwan als Teil Chinas. Die demokratisch regierte Insel wird jedoch seit 1949 von einer eigenen Regierung verwaltet. Die chinesische Führung schließt den Einsatz militärischer Mittel zur Durchsetzung ihrer Ansprüche nicht aus.

Taiwans Sicherheitschef Joseph Wu erklärte zuletzt Ende Mai auf X, China habe in regionalen Gewässern mehr als 100 Schiffe vom Gelben Meer bis ins Südchinesische Meer eingesetzt, darunter Einheiten der Marine und der Küstenwache. Allein im Mai verzeichnete das Verteidigungsministerium in Taipeh nach eigenen Angaben 186 Sichtungen chinesischer Militärflugzeuge und 174 Schiffsbewegungen rund um die Insel.

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